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Survivalporno 127 Stunden

Der Film 127 Stunden hat bereits im Vorfeld für viel Aufmerksamkeit gesorgt: Schliesslich wird ein Arm ambutiert. Wirklich nichts für schwache Nerven. Und ich bin sicher, viele werden deshalb die Vorstellung verlassen.
Der Film ist dennoch erstklassig gemacht. Sicher in vieler Hinsicht oscarverdächtig. Danny Boyle, der bereits mit Slumdog Millionär einen Oscar gewonnen hat, zeigt ein modernes, neues Kino. Die Schnitte, die Musikzusammenstellung, die Emotionen sind überzeugend.
Dennoch sollte man den Film nicht sehen! Denn bei diesem Survialporno – abgesehen von der Live-Amputation – geht es um eine sehr persönliche Entscheidung: Wie rettet man sein Leben? Und sollte man selbst in eine ähnliche Situation kommen, so muss jeder für sich entscheiden, was er sich zumutet, ob er sich überwinden kann, wie sehr er sein Leben liebt. Als Voyeur dies im Kino zu beobachten, ist entmutigend, den jeder wird sich die ganz persönliche Frage stellen, ob er dies auch so könnte. Vielleicht ja, aber wie verzweifelt muss man dafür sein?

Wer wird sich den Film, der ab morgen in Deutschland anläuft, anschauen?