Pappnase oder Faschingsmuffel?
Helau nities,
wir befinden uns bereits seit einigen Wochen in der fünften Jahreszeit.
Ist es Euch aufgefallen? Habt Ihr schon ein paar Faschingssitzungen beigewohnt? Wie viele Kreppel habt Ihr bisher intus? Locht Ihr bereits fleißig eigene Konfetti? Sind die Scheren zum Abschneiden der Krawatten geschärft?
Was, Ihr mögt gar keinen Karneval?
Ob sich jemand zu dem bunten Rummel hingezogen fühlt oder gut darauf verzichten kann, das hängt meiner Meinung nach stark mit der Region zusammen, in der man aufgewachsen ist. Was meint Ihr? Ich komme beispielsweise aus einer Gegend, in der man keinen Fasching feiert. In der Grundschule gab es am Rosenmontag zwar Berliner zu bestellen und am Faschingsdienstag durften wir Kinder damals verkleidet kommen, doch mehr ab es nicht. Berliner sind übrigens das gleiche wie Kreppel oder Krapfen. Diese leckeren Gebäckstückchen werden regional nur anders genannt. Was es leider nicht überall gibt, das sind die Rheinländischen Mutzen. Hmm, lecker! Leider bekomme ich die in Hessen, wo ich wohne, nicht.
Überhaupt ist in Köln und Mainz am meisten los. Das sind die Faschingshochburgen. Dort geht gar nichts mehr an Fasching. Anderenorts hingegen wird gearbeitet wie jeden Tag.
Ich muss gestehen (eben mit der Entschuldigung, dass ich aus Niedersachsen komme), dass ich mit Fasching nicht so viel am Hut habe. Ich bekomme ihn aber hautnah mit, da ich diverse Veranstaltungen fotografiere. Mir kommt es immer so vor, als ob viele Narren gezwungen werden, einer Prunksitzung beizuwohnen. Denn mir fallen jedes Mal so viele griesgrämige Leute auf: „Nein, ich will kein Foto!“ „Nein, ich mag nicht lachen!“
Macht man einen Scherz, dann gucken sie auch noch böse. Ich dachte, man geht Fasching feiern, damit man Spaß hat! Nun ja, vielleicht bin ich bisher auch einfach nur auf den falschen Sitzungen gewesen. Klärt mich bitte auf! Welche Veranstaltungen sind empfehlenswert?
Was mir auch immer wieder auffällt, das ist der Durst, den die Narren haben. Du meine Güte! Zu späterer Stunde merkt man einen radikalen Stimmungswechsel. Aus den missmutigen Leuten werden grölende, auf den Tischen tanzende und manchmal sogar leicht aufdringliche Personen.
Manchmal geht es zum Ende einer Feier auch etwas ordinär zu. Das muss man einfach so sagen. Wenn als „Krönung“ einer Weiberfastnacht beispielsweise ein Männer-Ballett auftritt: In den Saal herein kommen sie im Mönchsgewand und raus tänzeln sie nur in Unterhose bekleidet. Dabei habe ich noch nie einen Mann gesehen, der in der spärlichen Bekleidung eine gute Figur gemacht hat. Vielen sah man ihren – wohl nicht nur zu Fasching – übermäßigen Bierkonsum an. Auch die Tanzmariechen, die ich so kennengelernt habe, waren ausnahmslos recht kräftig gebaut. Tut mir leid, falls ich jetzt verallgemeinernd klinge. Ich schreibe eben aus meiner persönlichen Erfahrung.
Was mir noch auffällt, ist, dass versucht wird, um diverse Preise zu feilschen. Je wohlhabender eine Region oder ein Stadtteil ist, um so mehr wird versucht, Preise zu drücken. Seltsam?! Das kann für den Wirt, den Kellner, den Garderobenwart oder den Fotografen sehr anstrengend werden.
Je nachdem, wie groß eine Veranstaltung ist, kommt irgendwann das Prinzenpaar vorbei, um sich bejubeln zu lassen. In prunkvollen Gewändern gekleidet und mit einer langen Pfauen-Feder am Hut des Prinzen, die den Rückennachbarn am Kopf kitzelt, leisten sie der Schar für ein paar Bühnenakte Gesellschaft, bis sie zur nächsten Veranstaltung hecheln.
Beobachtet wird jede Sitzung vom Elferrat, der auf der Bühne sitzt. Das sind wichtige Herren, die alle gleich gekleidet und mit Orden bestückt sind und eine Narrenkappe tragen. Meist sind es sogar mehr als elf Herren, doch auf der Bühne haben nur elf davon Platz.
Ich will aber nicht nur schlecht über Faschingssitzungen erzählen. Es gibt selbstverständlich auch ganz viele wirklich sympathische Narren. Wenn „reifere“ Leutchen – so um die 80 Jahre und älter – sich verkleidet unter die Leute mischen, statt daheim vor dem Fernseher zu sitzen, dann finde ich das wirklich beachtlich und toll.
Außerdem liebe ich Laugenbrezeln, die es auf den Veranstaltungen oft gibt. Dafür bin ich bekannt und werde deswegen von den Kollegen schon scherzhaft aufgezogen sowie natürlich Mutzen, die es zu meinem Bedauern in meinem Ort ja nicht gibt. Ab einem gewissen Alkoholpegel im Blut mag ich sogar das Fastnachtslied 2012, das zu meiner Tätigkeit an Fastnacht optimal passt. Es heißt: „Schatzi, schenk mir ein Foto von dir.“
Alaaf und helau!



Nach einer Viertelstunde konnte man die Fähre sehen. Das war schon spannend und hatte was von einer Urlaubsreise. Durch die Lautsprecher der Autofähre drang alte Shanty-Musik und ein Kassierer ging persönlich rum, um die Fährgebühr von ein paar Euros einzusammeln.





Kaum hatte sie ihre Annonce veröffentlicht, platzte ihr virtueller Briefkasten bereits aus allen Nähten. So ist es, wenn eine Frau etwas postet!
Sonntag, 16:45 Uhr: Lena stand bereits 15 Minuten vor der verabredeten Zeit am Brunnen, der im 