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Sind Notlügen erlaubt?

Hallo nities,

Hand auf Herz!
Bestimmt hat sich jeder von Euch schon mal einer Notlüge bedient. Eine kleine Flunkerei, um niemandem wehzutun oder um sich selber vor Schlimmerem zu bewahren. Habt Ihr?

Es wird bestimmt kaum jemand bei new-in-town nach der ersten Korrespondenz, die einem nicht zugesagt hat, dem anderen deutlich schreiben „Hör zu, zwischen uns stimmt die Chemie nicht“, oder? Wobei dieser Ausspruch ja noch einigermaßen okay wäre. Dennoch werden die Wenigsten wohl kaum derart schonungslos ehrlich antworten und lieber eine freundliche Notlüge senden. Das finde ich auch ganz in Ordnung so. Priorität hat schließlich die Höflichkeit – sollte sie zumindest haben – nicht unbedingt die verletzende Ehrlichkeit. Ganz häufig beklagen User auch, dass gar keine Nachricht mehr kommt. Das ist dann praktisch auch eine Art von Notlüge; ein stilles Zurückziehen.

Notlügen in der Partnerschaft sind auch so eine Sache. Jeder kennt das Beispiel: „Schatz, wie steht mir das neue Kleid?“ Auch wenn es noch so scheußlich aussieht und so gar nicht zu der Figur passt, was sagt man als Mann? Heikles Thema, oder?
„Aber Schatz, dir steht alles. Du siehst immer toll aus“, wird eine Frau auf die Dauer auch nicht glauben. Das sind die ewig gleichen Floskeln. Also sitzt der Mann ganz schön in der Klemme.
Männer möchten in der Regel für das, was sie tun, oder das, was sie leisten, bewundert werden, weniger für ihr äußeres Erscheinungsbild. Oder habt Ihr schon mal einen Hetero-Mann getroffen, der Euch gefragt hat, was Ihr von seinen neuen Schuhen haltet? Wohl kaum. Eher wird er fragen, ob er das Regal nicht toll angebracht, das Auto nicht super-schnell repariert hat, oder „wie er war“ nach einer bestimmten Sache. Nicht wahr? Was sagt also die Frau, wenn das Regal schief hängt, das Auto vorher fünf Wochen mit einem defekten Scheinwerfer fahren musste oder der Sex langweilig war? „Ach Schatz, du bist so toll!“?
Manch ein Mann wird das vielleicht auch glauben. Aber wie kann die Frau sonst noch ausdrücken, dass etwas nicht wirklich gut war? Lieber benutzt sie auch hier häufig eine Notlüge.

Notlügen im Job? Gibt es die? Wenn die Präsentation noch nicht fertig ist, weil man einfach zu faul war, dann sollte man eigentlich dazu stehen. Aber das geht im Job natürlich nicht. Darf man da überhaupt notlügen? Mit der Vorsilbe Not entschuldigt man seine Lüge und macht sie scheinbar vor sich selbst weniger schlimm. Eben, indem man denkt, man sei in Not. Vielleicht gibt es auch tatsächlich keine andere Lösung oder man sieht sie nicht. Manchmal muss sie vielleicht sein?

Eine Lüge ist laut Wikipedia „eine Aussage, von der der Sender (Lügner) weiß oder vermutet, dass sie unwahr ist, und die mit der Absicht geäußert wird, dass der oder die Empfänger sie trotzdem glauben.“

Manchmal muss man sich einfach einer Notlüge bedienen, denke ich. Manchmal muss man ein Ziel verfolgen oder möchte einem anderen Menschen nicht wehtun. Wenn das gegeben ist, so denke ich, ist es nicht so schlimm. Man muss immer abwägen, inwieweit man andere mit der Wahrheit verletzt oder was der Nachteil für einen selber wäre, wenn man ehrlich bleibt. In der Politik wird leider auch nicht immer die Wahrheit gesagt oder es werden wichtige Dinge einfach nicht erwähnt. So manch ein Redner denkt da anscheinend, das sei nicht notwendig. Allerdings unterscheide ich das Weglassen wichtiger Informationen deutlich von einer Notlüge. Bei einem Auto- oder Hauskauf oder auch bei weniger teuren Produkten darf man wichtige Mängel nicht einfach verschweigen. Das ist ganz sicher keine Notlüge.

Selbst wenn man in einer bestimmten Situation keine andere Möglichkeit sieht und sich einer Notlüge bedient, das Schamgefühl und das schlechte Gewissen können ehrliche Leute quälen. Das ist aber auch gut so. Es sollte ja nicht zur Routine werden.
Menschen, die im Lügen Erfahrung haben, die können einem das Blaue vom Himmel versprechen, ohne dass es dem Gegenüber auffällt. Das ist keine Eigenschaft, für die man jemanden bewundern sollte.
Bei NIT kommt man mit den unterschiedlichsten Menschen zusammen und teilweise gibt es dort sogenannte „Jäger und Sammler“. Diese User scheinen alles, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist, zu kontaktieren. Bei einer Verabredung erscheinen sie dann aber nie. Kennt Ihr das? Wenn man überhaupt eine Antwort erhält, dann werden die komischsten Gründe aufgeführt, warum man nicht erschienen ist. Manchmal sind es genau diese Gründe (verpasste U-Bahn, kein Handy dabei, Nummer oder NIT-Passwort verloren), die dann auch bei einer anderen Verabredung von dieser Person als Notlüge benutzt werden. Komisch!? Natürlich muss man davon ausgehen, dass die Mitglieder sich untereinander kennen und über gewisse Leute unterhalten. Wer als „Jäger und Sammler“ solche Notlügen anwendet, der gerät schnell in Verruf. Dass sich das herumspricht, davon kann man ausgehen …

Grundsätzlich wäre es natürlich schön, wenn man sich in jeder Lage wahrheitsgemäß so ausdrücken würde und könnte, dass man niemandem verletzt und seine Ziele und Wünsche – auch ohne flunkern zu müssen – erreicht.

Eure Katja

Pappnase oder Faschingsmuffel?

Helau nities,

wir befinden uns bereits seit einigen Wochen in der fünften Jahreszeit.
Ist es Euch aufgefallen? Habt Ihr schon ein paar Faschingssitzungen beigewohnt? Wie viele Kreppel habt Ihr bisher intus? Locht Ihr bereits fleißig eigene Konfetti? Sind die Scheren zum Abschneiden der Krawatten geschärft?
Was, Ihr mögt gar keinen Karneval?

Ob sich jemand zu dem bunten Rummel hingezogen fühlt oder gut darauf verzichten kann, das hängt meiner Meinung nach stark mit der Region zusammen, in der man aufgewachsen ist. Was meint Ihr? Ich komme beispielsweise aus einer Gegend, in der man keinen Fasching feiert. In der Grundschule gab es am Rosenmontag zwar Berliner zu bestellen und am Faschingsdienstag durften wir Kinder damals verkleidet kommen, doch mehr ab es nicht. Berliner sind übrigens das gleiche wie Kreppel oder Krapfen. Diese leckeren Gebäckstückchen werden regional nur anders genannt. Was es leider nicht überall gibt, das sind die Rheinländischen Mutzen. Hmm, lecker! Leider bekomme ich die in Hessen, wo ich wohne, nicht.

Überhaupt ist in Köln und Mainz am meisten los. Das sind die Faschingshochburgen. Dort geht gar nichts mehr an Fasching. Anderenorts hingegen wird gearbeitet wie jeden Tag.

Ich muss gestehen (eben mit der Entschuldigung, dass ich aus Niedersachsen komme), dass ich mit Fasching nicht so viel am Hut habe. Ich bekomme ihn aber hautnah mit, da ich diverse Veranstaltungen fotografiere. Mir kommt es immer so vor, als ob viele Narren gezwungen werden, einer Prunksitzung beizuwohnen. Denn mir fallen jedes Mal so viele griesgrämige Leute auf: „Nein, ich will kein Foto!“ „Nein, ich mag nicht lachen!“
Macht man einen Scherz, dann gucken sie auch noch böse. Ich dachte, man geht Fasching feiern, damit man Spaß hat! Nun ja, vielleicht bin ich bisher auch einfach nur auf den falschen Sitzungen gewesen. Klärt mich bitte auf! Welche Veranstaltungen sind empfehlenswert?

Was mir auch immer wieder auffällt, das ist der Durst, den die Narren haben. Du meine Güte! Zu späterer Stunde merkt man einen radikalen Stimmungswechsel. Aus den missmutigen Leuten werden grölende, auf den Tischen tanzende und manchmal sogar leicht aufdringliche Personen.
Manchmal geht es zum Ende einer Feier auch etwas ordinär zu. Das muss man einfach so sagen. Wenn als „Krönung“ einer Weiberfastnacht beispielsweise ein Männer-Ballett auftritt: In den Saal herein kommen sie im Mönchsgewand und raus tänzeln sie nur in Unterhose bekleidet. Dabei habe ich noch nie einen Mann gesehen, der in der spärlichen Bekleidung eine gute Figur gemacht hat. Vielen sah man ihren – wohl nicht nur zu Fasching – übermäßigen Bierkonsum an. Auch die Tanzmariechen, die ich so kennengelernt habe, waren ausnahmslos recht kräftig gebaut. Tut mir leid, falls ich jetzt verallgemeinernd klinge. Ich schreibe eben aus meiner persönlichen Erfahrung.

Was mir noch auffällt, ist, dass versucht wird, um diverse Preise zu feilschen. Je wohlhabender eine Region oder ein Stadtteil ist, um so mehr wird versucht, Preise zu drücken. Seltsam?! Das kann für den Wirt, den Kellner, den Garderobenwart oder den Fotografen sehr anstrengend werden.

Je nachdem, wie groß eine Veranstaltung ist, kommt irgendwann das Prinzenpaar vorbei, um sich bejubeln zu lassen. In prunkvollen Gewändern gekleidet und mit einer langen Pfauen-Feder am Hut des Prinzen, die den Rückennachbarn am Kopf kitzelt, leisten sie der Schar für ein paar Bühnenakte Gesellschaft, bis sie zur nächsten Veranstaltung hecheln.
Beobachtet wird jede Sitzung vom Elferrat, der auf der Bühne sitzt. Das sind wichtige Herren, die alle gleich gekleidet und mit Orden bestückt sind und eine Narrenkappe tragen. Meist sind es sogar mehr als elf Herren, doch auf der Bühne haben nur elf davon Platz.

Ich will aber nicht nur schlecht über Faschingssitzungen erzählen. Es gibt selbstverständlich auch ganz viele wirklich sympathische Narren. Wenn „reifere“ Leutchen – so um die 80 Jahre und älter – sich verkleidet unter die Leute mischen, statt daheim vor dem Fernseher zu sitzen, dann finde ich das wirklich beachtlich und toll.

Außerdem liebe ich Laugenbrezeln, die es auf den Veranstaltungen oft gibt. Dafür bin ich bekannt und werde deswegen von den Kollegen schon scherzhaft aufgezogen sowie natürlich Mutzen, die es zu meinem Bedauern in meinem Ort ja nicht gibt. Ab einem gewissen Alkoholpegel im Blut mag ich sogar das Fastnachtslied 2012, das zu meiner Tätigkeit an Fastnacht optimal passt. Es heißt: „Schatzi, schenk mir ein Foto von dir.“ ;-)

Alaaf und helau!

Eure Katja

„Nach der nächsten Kurve auf die Fähre fahren“

Servus nities,

benutzt Ihr auch Navigationssysteme, um ein fremdes Ziel zu erreichen?
Ich komme seit drei Jahren gar nicht mehr ohne aus. Es ist schon toll, keine Karten mehr zu studieren, Himmelsrichtungen zu definieren oder Fremde nach dem Weg fragen zu müssen. Einfach das Ziel eingeben und los geht’s. Das Tolle ist auch, dass das Gerät wirklich minutengenau die Ankunftszeit errechnet. Während der Fahrt wird natürlich anhand von Fahrgeschwindigkeit, Staubildung oder zähflüssigem Verkehr immer wieder nachgerechnet, doch selten weicht die Ankunftszeit von der Ursprungsberechnung ab, bei mir zumindest. Auf mein billiges Navi einfachster Ausführung kann ich mich eben verlassen. Immer wieder lese ich von unglaublichen Geschichten, die erzählen, ein Navi hätte den Fahrzeugführer in einen Fluss gelenkt oder ähnliches. Das kann ich nicht nachvollziehen. Mein Navi warnt mich vor so was.

Einmal hatte ich mich beispielsweise zu einer Drachenboottour über die VHS angemeldet. Wisst Ihr alle, was das ist? Das sind bunte, extrem lange Boote, die durch die Bemalung oder Schnitzerei einen Drachen darstellen. Die Paddelboote stammen ursprünglich aus China. Rechts und links sitzen die Paddler hintereinander und paddeln gleichmäßig zum Takt eines Trommlers, der im vorderen Teil des Bootes sitzt. Hinten steht der Steuermann und feuert die Paddler zusätzlich an. Seit ich einmal im Rahmen eines Firmenevents an so einer Bootstour teilgenommen hatte, liebe ich diesen Sport. Doch leider gibt es nicht so viele Gelegenheiten, mitzumachen. So freute ich mich über das Angebot der VHS.

Neben NIT ist die VHS übrigens auch eine tolle Gelegenheit, als Neubürger Leute kennenzulernen. Man könnte sich aber auch zusammen über die Pinnwand zu einem VHS-Kurs verabreden.
Die Bootstour sollte in Rüdesheim am Rhein starten. Aber da musste man erst einmal hinkommen …

An dem besagten Samstagmorgen fuhr ich pünktlich von zu Hause aus los. Mein Navi errechnete eine Stunde Fahrtzeit. Alles verlief planmäßig, bis mein technisches Gerät irgendwann mit seiner scheppernden Stimme zu mir sagte: „Nach der nächsten Kurve auf die Fähre fahren.“ Nanu??? Erst mal wusste ich gar nicht, was gleich auf mich zukommen würde. Fuhr ich nicht schon eine ganze Weile geradeaus am Rhein entlang? Ich hatte eine Brücke erwartet, denn die Zielfahne des Navigationsgerätes flatterte ja bereits auf der anderen Uferseite. Kurz drauf kam ich an die besagte Kurve und stand doch tatsächlich am Ufer. Dort ging es nicht mehr weiter.

Da mir so etwas bisher noch nicht passiert ist, war ich doch etwas irritiert, ob überhaupt eine Fähre kommen würde und wann? Zum Glück war ich nicht die Einzige, die dort wartete, und wurde schnell über den Fahrplan der Autofähre aufgeklärt: alle halbe Stunde. Natürlich war die Fähre gerade erst abgefahren und wir mussten 20 Minuten warten. Das kam mir nicht gerade entgegen, denn das Drachenboot sollte in wenigen Minuten ablegen. Half aber alles nichts, denn an dieser Stelle gab es vorerst kein Weiterkommen. Nach einer Viertelstunde konnte man die Fähre sehen. Das war schon spannend und hatte was von einer Urlaubsreise. Durch die Lautsprecher der Autofähre drang alte Shanty-Musik und ein Kassierer ging persönlich rum, um die Fährgebühr von ein paar Euros einzusammeln.


Auf der anderen Uferseite angelangt, brauste ich schnurstracks den Weg lang, den die Stimme aus dem Gerät mir vorschlug. Es ging wieder am Rheinufer entlang, ein Stück des Weges zurück, das ich auf der anderen Seite zurückgelegt hatte. Zu meiner Linken fiel mein Blick auf ein Drachenboot, welches am Ufer des Flusses entlang fuhr. In mir stiegen unschöne Vorahnungen auf. Meine Uhr zeigte außerdem 20 Minuten nach der angegebenen Ablegezeit an. Ob die Gruppe tatsächlich so pünktlich abgelegt hatte? Ich hoffte, dass dem nicht so war und fuhr weiter zum Bootshaus. Alles leer. Irgendwann traf ich auf einen einsamen Kioskbesitzer und steckte meinen Kopf aus dem Fenster meines Autos, um mich zu erkundigen, ob ich am richtigen Bootshaus sei. „Die Gruppe hat vor 25 Minuten abgelegt, da sind Sie jetzt zu spät“, antwortete er mir. „Oh nein!“, ärgerte ich mich. Ich denke, ich sollte beim nächsten Mal solche unerwarteten Ereignisse mit einplanen. Es kann ja immer mal eine Autofähre, die nur zwei Mal in der Stunde verkehrt, dazwischenkommen. Das war also nix. Ein Ausflug, der unerwartet etwas anders verlaufen war. Aber ein Abenteuer war es allemal.

Dennoch würde ich so einen Ausflug gerne noch einmal machen, mit VHS, NIT oder beiden zusammen.

Eure Katja

Antwort an alle

Liebe nities,

ist jemandem von Euch schon einmal die Panne unterlaufen, eine Nachricht oder die Antwort auf eine E-Mail unbeabsichtigt an alle zu versenden?

In der vergangenen Woche haben sich die Mitarbeiter der Parlamentarier gegenseitig mit „Nachrichten an alle“ bombardiert und damit einen elektronischen Nachrichtenstau verursacht. Angefangen hat alles mit einer Mail der Bundestagsverwaltung, die darüber informiert hat, dass die neue Ausgabe des „Kürschner-Handbuchs“, das Nachschlagewerk für Abgeordnete, vorliege. Dieses könne jederzeit im Info-Büro abgeholt werden, hieß es weiter.

Kurze Zeit später bat eine Abgeordnete ihre Kollegin per Mail, ihr eine Ausgabe mitzubringen. So weit so gut. Leider unterlief der Politikerin die kleine Panne, diese Bitte ebenfalls an alle zu versenden. Nach und nach bekam sie Mitbring-Angebote und andere Reaktionen auf diesen Irrläufer und immer mehr Abgeordnete, Ex-Abgeordnete und Sekretariate fanden Gefallen dran, sich am E-Mail-Verkehr zu beteiligen. So wurden letztlich auch Karten für ein Handballspiel verlost, Wetterinformationen ausgetauscht und Sportveranstaltungen beurteilt. „Ach, ist das spannend!“, schrieben andere. Als das Netz zusammenzubrechen drohte, schaltete sich die Bundestagsverwaltung ein. Wieder mit einer Mail an alle. Darin hieß es: „Aufgrund des derzeitigen Mißbrauchs des E-Mailsystems können Zustellverzögerungen von bis zu 30 Minuten auftreten …”

Wie schnell kann es passieren, dass zum Versenden einer E-Mail anstelle von „FW“ auf „RE“ geklickt wird oder umgekehrt. „Antworten“ oder „Antworten an alle“ ist ebenfalls ein nicht gerade seltenes Missgeschick. Das kann mitunter ganz schön peinlich werden.

Genauso vorsichtig sollte man auf Community-Portalen sein. Wer hat nicht schon von Geburtstagspartys via Facebook gehört, bei denen es ungewollt zu einem Polizeiaufgebot gekommen ist. Warum? Weil das Geburtstagskind die Einladung in Facebook gepostet hat. Nicht „an alle Freunde“, sondern „an alle“, und zwar wirklich an alle User. So fanden sich im Sommer 2011 beispielsweise 1.600 Geburtstagsgäste bei der Feier der 16-jährigen Thessa in Hamburg ein, um gemeinsam zu feiern. Da reichte das Kaffeegeschirr nicht aus und mit dem Kuchenbacken kam die Jugendliche bestimmt auch nicht mehr nach.

In Wuppertal kam es ebenfalls im Sommer 2011 zu einem Großeinsatz der Polizei mit mehreren Festnahmen, nachdem ein anonymer Initiator folgende Nachricht an alle in Facebook postete: „Bis zum heutigen Tag war es nur ein Geheimtipp: Die alljährliche ‘Ascheweg Night’ im Zentrum von Wuppertal-Ronsdorf. Ab sofort ist sie eine öffentlich bekanntgegebene Party!“ Dieser Aufruf war zwar kein Versehen, eher ein Gag, doch lief dieser ebenfalls vollkommen aus dem Ruder. Auch hier meldeten sich über 1.600 Partyhungrige an, tatsächlich gekommen sind allerdings „nur“ 800 Gäste. Dennoch kam es zu Randale, Sachbeschädigungen und Personenschäden. Wer zahlt für einen solchen Polizeieinsatz? Wenn der Initiator nicht zur Verantwortung gezogen werden kann, sind es die Steuerzahler, die dafür in die Tasche greifen müssen.

Einem Azubi kostete ein öffentlicher Eintrag einmal seine Ausbildungsstelle. Er hatte sich auf der Arbeit krank gemeldet und war so ungeschickt, in Facebook zu posten: „Beim Arzt gewesen, gelben Urlaubsschein bekommen, gleich geht’s auf in den Süden.“ Der Chef antwortete ihm: „Sie können auch länger dort bleiben. Sie werden in Kürze sehr viel Zeit haben.“

Aber das kann ja zum Glück bei new-in-town so schnell nicht passieren …

Eure Katja

Zehn Jahre Euro

Hallo nities,

der Euro hat Geburtstag. Grund genug, ihm ein paar Zeilen zu widmen.

Habt Ihr Euch eigentlich mittlerweile an den Euro gewöhnt oder wollt Ihr immer noch die gute alte D-Mark zurück? Laut einer Studie des Focus Money vom September 2011 wollen nämlich etwa die Hälfte der Bundesbürger die D-Mark zurück und das liegt sicher nicht am netten Lächeln der Politiker, Künstler und Wissenschaftler, die die D-Mark-Scheine zieren.

Dabei ist die Idee einer einheitlichen europäischen Währung, die den Handel zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft erleichtern sollte, nicht erst vor 10, 15 Jahren entstanden. Erstmals wurde 1970 von einer Expertenkommission unter Leitung des damaligen luxemburgischen Premierministers Pierre Werner der sogenannte Werner-Plan vorgeschlagen. Dieser sah vor, bis 1980 in der damaligen Europäischen Gemeinschaft eine Währungsunion einzurichten und eine einheitliche Währung einzuführen. Die Bemühungen scheiterten jedoch immer wieder, unter anderem, weil es schwierig war, sich in dem internationalen Währungssystem auf einen festen Wechselkurs zu einigen.

Der Wechselkurs ist es auch, der die Bürger verunsichert. Wieviel ist mein Geld noch wert? Werde ich durch den Euro abgezockt? Ist nun alles teurer?
Viele Bundesbürger rechnen selbst zehn Jahre nach Einführung des Euros noch immer in DM um. Kostet beispielsweise eine Tasse Milchkaffee in einem Bistro 3,90 Euro, so hätte man sich den für 7,80 DM ganz sicher nicht gekauft.

Gerd von Vangerow, ein politisch aktiver Rentner aus Unterfranken, auch „Spessart-Rebell“ genannt, hat sogar eigens eine Partei gegründet, die das Ziel verfolgt, die D-Mark wieder einzuführen. „Der Euro-Frust war nie größer. Jetzt ist doch der beste Zeitpunkt für diese Partei“, sagt der Rentner und nannte seine Partei „Die Deutsche-Mark-Partei“.

Als „Spielgeld“ haben viele Bundesbürger den Euro zur Einführung abwertend bezeichnet. Ungewohnt sachlich empfanden wir das Design. Die Scheine zeigen fiktive Motive der europäischen Architektur, jeweils aus verschiedenen kunstgeschichtlichen Epochen.

Ist es nur eine Frage der Gestaltung, dass jeder zweite Bundesbürger sich noch immer nicht mit dem Euro anfreunden kann? Spielen Erinnerungen eine Rolle, ein Hauch von Nostalgie? Ist durch den Euro tatsächlich alles teurer geworden, wären die Preise im Laufe der Zeit durch die Inflation nicht sowieso angestiegen? Ist es nicht leichter, wenn man an vielen Urlaubsorten kein Geld mehr wechseln muss?

Seid Ihr Befürworter des Euro oder eher Gegner?
Meint Ihr, die D-Mark kommt tatsächlich irgendwann zurück?
Würdet Ihr die „Deutsche-Mark-Partei“ wählen?

Eure Katja

Man trifft sich immer zweimal – auch bei NIT

Hallo nities,

wer schon länger Mitglied bei NIT ist, der hat irgendwann genug – genug Freunde meine ich natürlich! ;-) Zumindest sollte es so sein. Irgendwann sollte man einen festen Freundeskreis gefunden haben. Diese Freundschaften sollte man pflegen und nicht ständig auf der rastlosen Suche nach neuen Bekannten sein. Sonst ist vielleicht doch irgendwas schief gelaufen.

So geht es auch mir. Ich habe mir einen festen Freundeskreis aufgebaut. Teilweise – natürlich mit der Hilfe von NIT. Dennoch stöbere ich hin und wieder die Pinnwand durch, ob mich da nicht doch noch was interessiert. Es kann auch sein, das ich selber eine Anzeige für eine bestimmte Freizeitaktivität aufgebe. Das tu ich meistens für Unternehmungen, die ich zusammen mit meinen Freunden machen möchte und woran noch andere Leute teilnehmen können. Das wären beispielsweise Brunchs, ein gemütliches Zusammensein in einer Bar oder ein Kinobesuch.

Man erlebt immer wieder, dass man „neue“ Leute bereits kennt oder Freunde von einem kennen sie. Man trifft sich beispielsweise in einer Gruppe und ein Drittel der Leute reagiert mit: „Ach Hallo Chris“, „Tach Tanja” oder „Bist du nicht die Tine?“ Ja, nities sind gar nicht so unbekannt in einer neuen Stadt. Sie kennen komischerweise ziemlich viele Leute. ;-)

Mir ist neulich was Lustiges passiert: Eine Anzeige sprach mich besonders an. Eine Anja suchte in Hessen Leute, um gemeinsam Kloatscheeten zu gehen. Man muss dazu sagen, dass Kloatscheeten eine Sportart ist, die eigentlich nur in einer bestimmten Region gespielt wird und das ist die Region, aus der ich stamme, nämlich die Grafschaft Bentheim zwischen Emsland und Westfalen. So war es doch ziemlich ungewöhnlich, in Hessen auf so eine Anzeige zu stoßen. Heimatgefühle wurden aktiviert, Erinnerungen kamen hoch. Da möchte ich mitmachen, dachte ich. So nahm ich Kontakt mit Anja auf. Prompt kam eine Nachricht zurück. Sie schrieb, dass sich bereits einige Leute gemeldet hätten und wir uns alle am kommenden Sonntag gegen 11 Uhr am Oberforsthaus treffen würden. Ich war guter Dinge und recht gespannt, was auf mich zukommen würde.

Am Tag X, einem wunderschönen Winter-Sonntag war ich die Erste, die sich an der verabredeten Stelle einfand. Anja kam gleich nach mir. Sie zog einen Bollerwagen hinter sich her, auf dem sich einige Getränke, meist Hochprozentiges aber auch Tee, einige belegte Brötchen und zwei Kloats befanden. Das sind etwa 380 bis 450 Gramm schwere und 40 bis 45 Millimeter dicke Scheiben im Durchmesser von 70 bis 80 mm. In der Mitte befindet sich ein Bleikern.

Hier die Kurzform der Spielregel:
Man bildet zwei Mannschaften, die bei einem Spaziergang auf unbefahrenen Wegen je ein so’n Ding vor sich herrollen. An Weggabelungen und Kreuzungen sowie bei Lust und Laune werden zur „Stärkung“ Pausen eingelegt. Alle Würfe werden gezählt. Die Mannschaft, die mit den wenigsten Würfen das Ziel erreicht ist Sieger. Am Ende des Spiels wird durch Würfe auf eine leere Flasche noch die Königin oder der König ermittelt. Sieger ist, wer die Flasche dabei zerbricht. Zum Abschluss geht man in eine Gaststätte, in der man Grünkohl mit deftigem Fleisch und Mettwurst isst. Natürlich gilt es auch den Durst zu löschen.

Anja und ich begrüßten uns und kamen sofort ins Gespräch. Ich wollte doch unbedingt wissen, woher sie das Spiel kannte. Siehe da, sie kam aus dem Emsland. Die Welt ist klein. Nach und nach trafen die anderen ein. Acht Leute würden wir sein, wenn alle kommen, teilte Anja mir mit.

Auf einmal dachte ich, ich träume. Plötzlich stand ein mir bekanntes Gesicht vor uns. Ralf aus meiner damaligen Nachbarschaft. Das gibt es doch gar nicht!? Jahre nicht gesehen und doch sofort wieder erkannt!!! :-)
Ralf schaute mich genauso verdutzt an. „Du hier?“ Da zieht man 350 Kilometer weit weg und läuft sich nach Jahren einfach so wieder über den Weg, bei new-in-town. Einfach unglaublich.

Natürlich war das wieder ein toller Tag. Ralf wurde am Ende sogar Kloat-König. Meine Würfe waren nicht besonders erwähnenswert, aber darauf kommt es ja nicht so an. Neue Leute, bekannte Leute, Wintersonne, Sport und Spaß. Aber dass ich über new-in-town sogar irgendwann mal einen Nachbarn aus meiner Kindheit wieder treffen würde, daran habe ich ja im Leben nicht geglaubt!!! Ja, man trifft sich wirklich immer zwei Mal. :-)
Ist Euch so etwas auch schon mal passiert?

Eure Katja

new-in-town wird international

Seit 1999 gibt es new-in-town für die Länder Deutschland, Österreich und die Schweiz, bekannt als D-A-CH Länder. Die Beschränkung lässt sich leicht erklären: Bereits in der frühen Phase des Internets war new-in-town ortsbezogen, d.h. man konnte basierend auf der PLZ Mitglieder und Pinnwand-Einträge aus dem örtlichen Umfeld finden (probier das mal bei Facebook). Dazu bedarf es Daten im Hintergrund. Nun haben wir mit Google Maps die Möglichkeit gefunden und genutzt, dies für jeden Ort der Welt zu ermöglichen.

Bei der Anmeldung oder beim Hinzufügen von weiteren Orten, ob aktuelle oder ehemalige Wohnorte wird die Google Karte angeboten. Mit modernen Browsern kann man seine eigene Position anzeigen lassen und übernehmen oder einfach Land, PLZ und Ort eingeben und auf der Karte anzeigen lassen.

Ebenso lässt sich der Marker auf der Karte bewegen und kann auf die gewünschte Position verschoben werden.

Viele Grüße

Deine Lisa

Für Fragen stehe ich unter lisa@new-in-town.com zur Verfügung. PS: Manche bestehenden Daten konnten nicht automatisch einer Position in der Google Karte zugeordnet werden. Falls die Pinnwand oder die Mitgliedersuche nicht die gewünschten Ergebnisse liefern, bitte einfach melden.

Das Erste, was Beamte machen, heißt “A.A.”

Servus nities,

Abkürzungen sind eine gute Sache. Bei einer SMS oder in Mails spart man damit kostbare Zeilen und vor allem spart man Zeit. Also reduziert man bei der schriftlichen Kommunikation an Wörtern, wo es nur geht: „CU“ für „See you“ oder „LG“ für „Liebe Grüße“ und auch „xo“ für „Umarmung und Küsschen“ oder „4U“ als „für dich“ dürften den meisten Menschen bekannt sein. Abkürzungen gibt es unendlich viele und wir alle nutzen täglich welche.

Etwas schwieriger wird es manchmal, wenn verschiedene Branchen zusammentreffen. Unterschiedliche Berufszweige verwenden die gleichen Abkürzungen für verschiedene Dinge. Schreibt man in einem Büro beispielsweise „Bitte RR bei Sowieso“ auf einen gelben Post-It und klebt diesen an den Monitor der Kollegin, so weiß diese, sie hat jemanden zurückzurufen. Arbeitet man hingegen in einer Arztpraxis, kann diese Notiz verwirrend sein, denn „RR“ bedeutet hier vorwiegend Riva-Rocci, die Blutdruckmessung: „Bitte Blutdruck messen bei Sowieso“, könnte also verstanden werden, anstelle „Sowieso zurückzurufen“. In anderen Bereichen bedeutet „RR“ beispielsweise „Rennrad“ oder „Rolls-Royce“ sowie „Rückgaberecht“.
Alleine für die Abkürzung „RR“ gibt es laut Wikipedia um die 30 Bedeutungen. Um noch mal auf die Ärzte zurückzukommen. Wer beim Zahnarzt arbeitet, sollte neben dem „RR“ auch die Abkürzung „OK“ beachten. Das heißt nämlich nicht „okay“, sondern „Oberkiefer“. Bei der Polizei heißt „OK“ wiederum „Organisierte Kriminalität“. Was würde ein Zahnarzt wohl zu einer Notiz seiner Angestellten sagen, auf der steht: „Bitte OK geben für RR bei Herrn Sowieso.“ ;-)

„ET“ steht nicht immer für das außerirdische Wesen, sondern heißt im Journalismus „Erscheinungstermin“. Im Sport heißt es auch „Eigentor“, um nur einige Bedeutungen zu nennen.

Kennt Ihr „BR“? Wer im Büro arbeitet, dem ist der Begriff unter „Bitte Rücksprache“ bekannt. Es ist aber auch die Abkürzung für den „Bayrischen Rundfunk“.

Um noch mal auf den Chirurgen zurückzukommen. So kann beispielsweise in der Akte stehen: „M.E kann die ME durchgef. werden.“
Zwei fast gleiche Abkürzungen in einem kurzen Satz? Soll heißen: „Meines Erachtens kann die Metallentfernung durchgeführt werden.“

Lustig ist es bei den Beamten. Das Erste, was sie tun, wenn ein neuer Fall auf den Tisch flattert, sie legen eine Akte an. Das wird dann sofort auch vermerkt mit der Abkürzung „A.a.“ für „Akte angelegt“. Wem das nicht gefällt, der darf den Vorgang selbstverständlich auch vollständig ausschreiben. In dem Fall sieht es vielleicht etwas besser aus, als einfach AA zu machen, ähm zu schreiben. ;-)

Aber nicht nur die Abkürzungen haben es uns angetan, auch die englische Sprache ist aus unseren Büros nicht mehr wegzudenken. Durch den Anglizismus gehen wir in „Meetings“ statt in Besprechungen oder halten „Briefings“ ab, wenn wir nicht so viel Zeit haben. Wir tätigen „Calls“ anstelle von Telefongesprächen. Wenn wir nicht mehr weiter wissen im „Business“, dann schicken wir vielleicht eine „Mail“ herum, laden zu einem „Brainstorming“. Manchmal wollen wir auch nur locker zusammentreffen, dann laden wir ein zu einem „Get Together“. Vielleicht gibt es auch hin und wieder ein richtig tolles „Event“ oder wir dürfen an einem „Workshop“ teilnehmen. Da „loggen“ wir uns dann schnell in unseren „Account“ ein und „mailen“ den Kolleginnen und Kollegen: „CU@8am, XO“.
Und das Jugend-Unwort des Jahres 2011 ist im Gegensatz zum Vorjahr nun der englischsprachige Begriff „Swag“.

Na ja, man muss mit der Zeit gehen, sonst geht man mit der Zeit. Das gilt wohl auch für die Verständigung hierzulande. ;-)

CU, Eure Katja

Zum Jahreswechsel

Hallo nities,

schon wieder ist ein Jahr herum und es ist wieder zu schnell vergangen. Wie so oft zum Jahreswechsel überkommen den einen oder anderen vielleicht Gedanken über die zurückliegenden zwölf Monate. War es ein gutes Jahr? War es ein schlechtes Jahr? Gedanken an das, was man eigentlich anders hätte machen wollen, an das, was nicht so gut gelaufen ist aber auch an das, was sich an Wünschen erfüllt hat. Es gab Erfolge und Niederlagen, vielleicht ganz große Veränderungen, einen Jobwechsel, Umzug, Familienzuwachs. Jeder hat dazu seine eigene Geschichte. Auch denken wir an Menschen, die uns in dem Jahr begleitet haben; welche, die gingen und welche, die neu in unser Leben getreten sind. An keinem anderen Tag im Jahr nehmen sich die Menschen mehr für die Zukunft vor. Meist sind es Vorhaben, wie wir zukünftig etwas besser oder anders machen wollen und diese Erwartungen an uns selber stecken wir allzu oft zu hoch.

Die Lieblings-Vorsätze sind immer noch mit dem Rauchen aufzuhören, abzunehmen oder mehr Sport zu treiben. Laut einer Studie wächst die Chance, seine Vorsätze einhalten zu können, wenn man bereits zwei Wochen durchgehalten hat.
Aber es geht auch ganz ohne Vorsätze. Meist sind diese nämlich schon nach weniger als 14 Tagen vergessen. ;-)

Apropos Vorsätze und Wünsche. Mit meinen NIT-Freunden habe ich in der Silvesternacht einen ungewöhnlichen Gottesdienst besucht (in einem Weinkeller mit fetziger Musik). Dabei ging es um genau dieses Thema. Die Veranstaltung stand nämlich unter dem Motto „Träum weiter“. (Eigentlich verbindet man mit dieser Aufforderung ja eher eine negative Aussage im Sinne von „Vergiss es“ oder „Wovon träumst Du nachts“.) Doch die Pfarrerin erzählte uns eine Geschichte, ihre persönliche Geschichte, und davon, dass sie nie aufgehört hat zu träumen.

Als Kind, so sagte sie, hätte sie von einem Beruf geträumt, der sie mit Menschen verbindet. Sie fand so einen Job. Dann träumte sie von einem Mann und Kindern und bekam auch das. Es folgten das Haus mit Garten und ein paar glückliche Jahre. Doch dann kam irgendwann in ihrem Leben eine Phase, in der die Träume zerplatzten. Alles schien kaputt zu gehen. Sie begann, an ihrem Glauben zu zweifeln. Doch auch diese Phase ging irgendwann vorbei, es tauchten neue Ziele auf und jetzt würde sie wieder träumen können. Es sei wichtig, Ziele und Träume zu haben und sich nicht davon abbringen zu lassen. Oftmals sei es schwer, Träume vor der Welt zu verteidigen. Auch können diese sich verändern, in eine andere Richtung laufen, doch man sollte nie aufhören zu träumen. Mit der Aufforderung, uns in den folgenden Tagen morgens nach dem Aufstehen noch einmal hinzusetzen und bewusst zehn Minuten lang zu träumen, wurden wir in das neue Jahr geschickt. Das ist doch eine schöne Aufgabe. Das neue Jahr mit einem Traum zu begrüßen und darauf hinzuarbeiten, diesen wahr werden zu lassen.

Ich wünsche Euch ein gutes Jahr 2012 und dass Ihr Eure Träume findet und leben könnt.

Eure Katja

Zum Konsum genötigt

Servus nities,

bei meinen letzten Weihnachteinkäufen fiel mir auf, dass es den Verkäufern anscheinend immer noch nicht genug ist, was wir konsumieren. Ständig soll es mehr sein.

Mit einigermaßen gut gefüllter Geldbörse verlies ich am frühen Nachmittag das Haus. Da ich immer noch nicht alle Mitbringsel beisammen hatte, war es jetzt, einige Tage vor Weihnachten höchste Zeit, die Geschenke zu besorgen. Ich kann ja nicht immer nur etwas backen. Das ist zwar ganz nett, selbstgemacht und einmalig, doch es gibt auch Menschen, denen ich etwas anderes schenken wollte. Auch „handfeste“ Grüße per Post – anstelle virtuell – wollte ich versenden.
So drängte ich mich in einem Einkaufszentrum zuerst in ein Schreibwarengeschäft mit ähnlich klingendem Namen wie eine amerikanische Fast-Food-Kette. So richtig schöne Karten fand ich spontan leider nicht. Dazu war ich einfach zu spät dran. Während eine Dame den einen Drehständer zu schnell drehte, hielt eine andere den ihren eine Ewigkeit fest. Dennoch fand ich ein paar witzige Exemplare im selben Fach hinter langweilig aussehenden Karten. Das ist das Glück, welches einem bei Drehständern oft widerfährt. Jemand dreht weiter und ein anderer steckt die zur Beurteilung entnommene Karte einfach woanders dazu. Glücklich mit meinen Funden, quetschte ich mich durchs Gedränge zum anderen Ende des Lädchens, wo Geschenkpapier und Schleifen lagen. Hier gab es noch viel Auswahl, ich fand schnell etwas und reihte mich anschließend in eine der Schlangen vor den beiden Kassen ein.
Noch bevor ich selber dran kam, hörte ich die beiden eifrigen Verkäuferinnen jeden Kunden vor dem Kassieren fragen, ob sie denn noch Gold- und Silberstifte bräuchten und nicht zu vergessen, dass sie eine schöne Weihnachts-CD im Angebot hätten. Wie nervig dachte ich. In diesem Papier-Fachgeschäft wird man das ganze Jahr über gefragt, ob man noch etwas zusätzlich bräuchte. Aber zu Weihnachten wird der Kunde gleich auf zwei Angebote hingewiesen. Ich habe mal in einem Fotoladen gearbeitet, wo wir so was auch machen mussten. Mir war das – als Verkäufer – immer ziemlich unangenehm. „Brauchen Sie noch Fotoecken?“, „Haben Sie noch Batterien?“
Als Kunde empfinde ich es als sehr lästig. So waren meine ersten Worte nach dem freundlichen „Hallo“ an der Kasse: „So, ich brauche keine Stifte und keine CD, ich möchte nur meine Karten und Schleifen bezahlen.“ Die emsige Verkäuferin tippte den Betrag in die Kasse. „Das macht dann 5,95 Euro, bitte. Wir haben auch eine Weihnachts-CD im Angebot …“
Ich schaute sie an, wollte gerade was sagen, da lächelte sie mich an und antwortetet: „Oh, Entschuldigung, Sie haben ja schon gesagt, dass Sie keine CD möchten. Es geht irgendwie alles automatisch hier.“
Ich glaubte ihr und bedauerte sie. Kann mir gut vorstellen, dass das einfach ihre Anweisung war. Verstehen kann ich jedoch nicht, wie die Geschäftsführer es wünschen können, dass man die Käufer zum Konsum drängelt. Es ist einfach nur aufdringlich.

Um meine Karten zu schreiben, steuerte ich ein nettes Café an. Trotz der Masse an Menschen im Einkaufszentrum gab es hier noch freie Plätze an den Tischen der Fensterfront. Schnell setzte ich mich dort hin. Bei der Bestellung wurde ich gefragt, ob ich neben meinem Milchkaffee denn noch einen leckeren Weihnachts-Muffin haben möchte. Dieser sei gerade im Angebot …
Was glaubt Ihr? Wollte ich?
Nein, ich antwortete – mittlerweile leicht gereizt – dass ich keinen Weihnachts-Muffin möchte.
Anschließend musste ich noch zu Tchibo, denn beim Genuss meines Milchkaffees fiel mir ein, dass ich für Zuhause auch noch welchen bräuchte. Natürlich mache ich auch eine Runde durch den Laden. Das tolle Zeug da, gerade zur Weihnachtszeit, herrlich. So nahm ich noch eine PC-Maus in Form eines Autos mit Scheinwerfer und Rücklicht mit, einen Rollkragenpulli, ein paar Wintersocken und zwei Kerzenständer. Alles Zeugs, was ich eigentlich nicht kaufen wollte und auch nicht unbedingt brauche. An der Kasse zahlte ich 63,99 Euro, dabei wollte ich nur ein Pfund Kaffee mitnehmen.

Zum Schluss mussten meine Weihnachtskarten, wegen der ich eigentlich im Einkaufszentrum war, eingeworfen werden. Ich trabte zur Post. Überall roch es verführerisch nach Weihnachts-Leckereien. Bei der Crêpes-Bude verlor ich meinen Kampf gegen den Konsum. Ich nahm noch einen Zimt-Zucker-Crêpes für den Weg mit.
Nach wenigen Metern wurde ich von einem Punker-Pärchen angesprochen, ob ich mal einen Euro hätte. „Den habe ich gerade ausgegeben, für den Crêpe. Tut mir leid“, log ich. Dass man in einer Einkaufsstraße alle paar Meter um einen Euro angebettelt wird, das ist gang und gäbe, aber in einem Einkaufszentrum? Das war mir neu.

Als ich schließlich an der Post angekommen war, konnte ich die Warteschlange bereits von Weitem sehen. Sie reichte bis zum Eingang. Gut, dass ich vorher noch was gegessen hatte, dachte ich. Bis ich dran komme, ist sicher sie Sonne untergegangen.

Nach einer gefühlten Ewigkeit war ich schließlich dran und man fragte mich nach meinen Wünschen.
„Guten Tag. Ich hätte gerne Briefmarken für meine Karten hier“, lächelte ich.
„Kennen Sie denn schon das Postbank-Girokonto?“
„Ich möchte einfach nur Briefmarken haben“, knirschte ich.
„Aber das Konto hat so viele Vorteile. Ich gebe Ihnen mal …“
Ich nahm meine Briefmarken, legte das Geld auf den Tisch und ergriff mitten im Satz die Flucht.

Einfach nur schrecklich, wenn man ständig und überall zum Konsum genötigt wird. Ich habe den Eindruck, vor Weihnachten ist es extrem. Was meinen die Leute denn, kann man alles aus einem herausquetschen? Dennoch frohe und besinnliche Weihnachtsfeiertage. Lasst es Euch gutgehen. :-)

Eure Katja