Was wäre wenn …?
Liebe nities,
was wäre, wenn ich mich damals ganz anders entschieden hätte? Was wäre, wenn ich vor 20 Jahren eine ganz andere Ausbildung begonnen hätte? Was wäre, wenn ich meinen ersten Freund gleich geheiratet hätte? Was wäre, wenn ich das Abitur gemacht hätte oder was wäre, wenn ich in einer ganz anderen Stadt aufgewachsen wäre?
Wer hat sich nicht schon mal Gedanken darüber gemacht, wie das Leben verlaufen wäre, wenn man bei bestimmten Entscheidungen eine andere Option gewählt hätte?
Ich kam auf das Thema, als eine gute Freundin mir erzählte, dass ein ehemaliger Kollege von ihr sich nach Jahren outete, dass er damals sehr verliebt in sie gewesen wäre. Damals, vor einigen Jahren, als sie zusammengearbeitet hatten. Doch weil er sich nicht getraut hatte, sie anzusprechen und auch sie keine Anstalt machte, kamen sie nicht zueinander. Er hat mittlerweile die Firma verlassen und eine Familie gegründet und auch sie hatte eine Zeit lang eine Beziehung. „Was wäre gewesen, wenn ich mich damals doch getraut hätte, ihn anzusprechen“, fragte meine Freundin sich jetzt? „Wären wir jetzt ein Paar?“
Vielleicht spielen Eure Eltern bei einigen Entscheidungen in Eurem Leben auch eine Rolle? Möglicherweise wolltet Ihr einen ganz anderen Beruf erlernen, doch von Euch wurde erwartet, den Familienbetrieb weiterzuführen? Nun fragt Ihr Euch, was gewesen wäre, wenn Ihr Euch durchgesetzt hättet? Vielleicht wärt Ihr jetzt keine Banker, Bäckermeister, Geschäftsinhaber einer Firma, mit der Ihr Euch nicht wirklich identifizieren könnt? Ihr wärt Musiker, Schauspieler, Schriftsteller, Dichter, Konditor, Gärtner, Fernfahrer oder hättet nach der Schule oder dem Studium erst einmal eine Weltreise angetreten? Wer weiß? Was wäre gewesen, wenn Ihr allen Erwartungen entgegen Euren Weg gegangen wärt? Vielleicht wärt Ihr glücklich geworden, berühmt und erfolgreich? Möglicherweise wärt Ihr auch gescheitert, hättet alles verloren oder Ihr wärt schon längst gestorben? Wer weiß? Es gibt so viele Möglichkeiten.
Gerade der Lebensweg von nities hätte einen ganz anderen Verlauf genommen, wenn der nitie eben nicht umgezogen wäre oder es ihn woanders hin verschlagen hätte.
Was wäre, wenn jemand beispielsweise anstelle nach Berlin nach Wolfenacker zieht? „Aber Hallo“, das Leben würde einen ganz anderen Verlauf nehmen.
So fragt Heidi sich vielleicht, ob sie nicht ein berühmtes Müller-Milch-Modell geworden wäre, wenn sie nicht beim Ziegenpeter auf der Alm geblieben wäre, um Ziegen zu hüten. Was wäre, wenn Heidi den Schritt in die Großstadt gewagt hätte?
Was wäre, wenn das Dornröschen sich nicht mit der Spinnnadel gestochen und in einen hundertjährigen Schlaf gefallen wäre? Hätte sie jemals ihren Prinzen gefunden oder wäre sie im heiratsfähigen Alter an einen unsympathischen Prinzen aus dem Nachbardorf verheiratet worden?
Was wäre, wenn Eva nicht in den Apfel gebissen hätte und was wäre, wenn wir in einen anderen Körper, in einen anderen Kulturkreis oder in ein ganz anderes Jahrhundert hinein geboren wären? Fragen über Fragen.
Um das Ganze auf unser eigenes Leben zu beschränken, ich denke, es gibt eine ganze Menge Möglichkeiten, wie unser Leben sonst noch hätte verlaufen können. Unsere Mitmenschen beeinflussen unsere Entscheidungen genauso wie unsere Familie, Lebenspartner, Freunde, unser Beruf und unsere Erziehung. Sicher ist, dass es unendlich viele Möglichkeiten gibt, sein Leben zu führen und dass man in der Tat beeinflusst wird. Wir sind aber immer noch Regisseur unseres eigenen Lebens, können das Drehbuch jeden Tag aufs Neue verändern und einen neuen Weg einschlagen. Man kann verschiedene Wege betreten, Neues ausprobieren, aber man muss die Hürde seines eigenen Ichs dazu überwinden, Vorurteile abbauen, Angst verlieren und offen sein. Sonst, so denke ich, wird man immer wieder in seine alte Schiene zurück verfallen. Was wäre, wenn wir unsere Einstellung ändern könnten? Können wir das überhaupt? Gibt es vielleicht einen genetischen Plan, wie unser Leben verlaufen soll? Können wir diesen Plan überhaupt durchbrechen oder würden wir immer wieder dieselben Fehler machen und uns ständig gleich entscheiden, dass unser Leben so verläuft, wie es für uns vorgesehen ist?
Das ist schon eine interessante Frage, die aber vermutlich nie beantwortet werden kann und wohl auch nicht beantwortet werden soll. Zu wissen, was gewesen wäre, wenn etwas anders verlaufen wäre.
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am 13. 11. 2011 um 8:22
Eine was wäre wenn Grübelei finde ich total unsinnig, zu manchen Zeitpunkten trifft man Entscheidungen und zu diesem Zeitpunkt waren sie richtig. Nachher ist es leicht zu sagen, hätte ich mal anders entscheiden, was wäre dann gewesen?! Ich glaube auch nichts passiert ohne Grund und wenn es so war, dass er sich nicht traute dann war es richtig. Lebe in der Gegenwart und Blicke in die Zukunft, denn das kannst Du verändern – nach Deinen Wünschen und Vorstellungen
LG Mel
am 13. 11. 2011 um 8:42
Finde ich auch. Mel hat Recht. Lebe in der Gegenwart und blicke in die Zukunft.
Was kommen soll, das kommt.
am 13. 11. 2011 um 10:21
Ich bin nun 49 und habe ein Leben lang Dinge so hingenommen wie sie kommen. Aber es kommt ein Punkt (und ich kann mir vorstellen, dass es vielen so gehen kann), da fragt man sich plötzlich, ob das “Leben nehmen wie es ist” richtig war und ob ” das Leben in die Hand nehmen” etwas anderes bedeutet als man immer gedacht hatte. Das ist ein wenig wie ein Schock der traurig und nachdenklich macht. Wenn ich mit 18 so zielstrebig und Diszipliniert gewesen wäre wie ich es heute bin, so hätte ich heute einen anderen Beruf. Was wäre wenn ich damals die Fähigkeit gehabt hätte zu sehen was Arbeit bedeutet und wie viel Möglichkeiten ich habe selbst die Richtung zu wählen wenn ich Kraft hineinstecke. Dann wäre ich heute eher eine Ärztin oder Wissenschaftlerin als im Büro zu sitzen. Was wäre wenn ich in einer Partnerschaft mehr praktischer gedacht hätte als die Träumerein von der großen Verliebtheit? Dann hätte ich vielleicht Kinder die ich immer wollte. Man sollte nicht zurück schauen aber es ist ein großer Klumpen den man verdauen muss, wenn man realisiert, nicht immer erkannt zu haben was für einen wichtig gewesen wäre.
am 13. 11. 2011 um 13:57
Dieses ständige Grübeln über die Vergangenheit bringt nichts – außer vielleicht Schmerz um vermeintlich verpasste Chancen. Das ist Quatsch! Warum man sich so entschieden hat, wie man sich entschieden hat, hatte damals einen – guten – Grund. Vielleicht würde man es heute anders machen, aber so ist nun mal das Leben: meist unvorhergesehen, ungeplant und nie so wie erwartet. Anstatt also über die letzten Kurven nachzudenken, ist es viel spannender sich auf die Kurve zu konzentrieren, in der man gerade steckt – und die voll zu genießen! Nicht umsonst lehren viele Philosophen und Weisheitslehrer dieser Zeit, sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Was war, ist vorbei, was noch kommt, kann niemand wissen. Wann leben wir also? JETZT!
am 20. 11. 2011 um 7:58
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am 21. 11. 2011 um 9:55
Natürlich ist es wichtig, die Vergangenheit zu beleuchten. Es wird immer so getan, al ob die Entscheidungen automatisch richtig sind, die man getroffen hat (“wird schon richtig gewesen sein”, “hatte seinen guten Grund”). Es mag zwar sein, dass es seinen Grund hatte, aber genau diesen zu beleuchten, macht es doch jetzt aus. Die Vergangenheit zu analysieren, um in der Gegebwart und Zukunft sich vielleicht anders zu verhalten, über seinen Schatten zu springen, neue Wege erinzuschlagen, alte Fehler(doch die gibt es! Nicht alle Entscheidungen sind notgedrungen richtig.) nicht zu wiederholen. Ich stimme zu, dass Grübeln und Hadern nichts bringt, aber Analyse und Verständnis für die Situation damals mcht vielleicht in der Zukunft andere Entscheidungen möglich. Und das ist wichtig!
am 21. 11. 2011 um 16:02
Ich würde cawa’s Kommentar gerne mit dem “Gefällt mir” Button markieren! Sozusagen analysieren und aus Fehler lernen. Finde ich gut!!!