Ein bisschen Kommerz hat noch keinem geschadet

Liebe nities,

der Duft von Zimt, Bratapfel und Nelken hängt in der Luft. Glühwein, Kerzenschein, Plätzchen backen und Wohnung schmücken, Tannenzweige sammeln, Geschenke kaufen ist angesagt. Man merkt, etwas Besonderes liegt in der Luft. Noch herrscht hektisches Treiben, die Vorbereitungen laufen, doch schon bald wird es besinnlich.

Geschäfte beschenken ihre Kunden mit kleinen Aufmerksamkeiten, in der Drogerie oder Apotheke bekommt man gerne mal ein Duschgel, eine Duftkerze oder einen Weihnachtsanhänger seinen Medikamenten beigelegt. In manchen Konditoreien und Bäckereien gibt es Plätzchen oder Lebkuchen zum Probieren und Parfümerien teilen großzügig Pröbchen aus. Mit diesen kleinen Präsenten erwecken die Geschäftsinhaber natürlich Aufmerksamkeit, wollen sich aber auch bei ihren Kunden bedanken. Natürlich soll die Kundschaft nächstes Jahr wiederkommen. Der Konsument freut sich und das ist auch gut so. Außerdem haben die meisten Kinder und sogar einige Erwachsene einen Adventskalender und bekommen zwischen dem 1. Und 24. Dezember täglich ein kleines Geschenk. Mal ehrlich, wen freut es nicht, beschert zu werden? ;-)

Viele unserer Mitmenschen betonen immer wieder, wie unwichtig ihnen die Mitbringsel sind, und dass sie dies Jahr ganz sicher nur und ausschließlich „in sich kehren“ wollen und all den Kommerz ablehnen. Ich muss aber sagen, ich mag die Aufmerksamkeiten. Ja, ich mag es, wenn ich als Dankeschön für irgendetwas eine kleine Aufmerksamkeit bekomme. Auf die Größe und den Wert kommt es mir dabei jedoch überhaupt nicht an. Auch oder gerade Selbstgemachtes findet hingegen große Freude und Anerkennung bei mir. Noch viel lieber aber gebe ich. Ja, ich mag es, mir lange im Voraus Gedanken zu machen, womit ich gewissen Menschen eine Freude machen könnte, bastele, backe oder kaufe was Persönliches.

Es gibt Familien, die sich grundsätzlich nichts schenken. Vielleicht herrscht aber auch eine Regel, dass die Eltern den erwachsenen Kindern zu Weihnachten beispielsweise das Geld für eine fällige Versicherung auf ihr Konto überweisen. Auch wenn das natürlich eine tolle Sache ist, welche die finanziellen Sorgen zum Jahreswechsel mit all den Nachzahlungen deutlich geringer hält, finde ich das irgendwie nicht sehr besinnlich. Der Austausch von Gaben zu Weihnachten stammt ja ursprünglich von den Heiligen drei Königen und soll an sie erinnern. Die drei Weisen aus dem Morgenland beschenkten das kleine Christuskind in der Krippe. Folglich hat der Brauch eine uralte, christliche Bedeutung. Besinnt man sich hingegen ganz ohne diese Tradition und sitzt am Heiligabend vor einem leeren Baum, ist es schon etwas traurig.

Als ich Kind war, bastelten mein Bruder und ich immer viel für Weihnachten, übten Gedichte auswendig, schrieben selber eine Weihnachtsgeschichte oder führten einen Sketch auf. Nach jeder Aufführung wickelten wir ein Geschenk aus. Was habe ich immer viel Freude an der Vorbereitung gehabt! Die Geschenke waren eher Nebensache. Würde ich jetzt, als erwachsener Mensch gar nichts bekommen, nichts zum Auspacken haben, mir würde aber auch was fehlen. Am meisten wie gesagt, freut mich Persönliches oder auch die Karten, Lebenszeichen und Grüße von Freunden. Meist kommt ja leider heut zutage vieles virtuell an, auch die Karten. Aber hin und wieder schickt noch jemand eine richtige Karte. Die bekommt dann einen Ehrenplatz auf meinem Gabentisch. Vor vier Jahren bekam ich eine solche handgeschriebene Karte, der eine flache Tafel Schokolade in Form eines Weihnachtsmannes beilag. Ich freute mich riesig, weil ich weder diese kreative Karte, noch die Gabe erwartet hatte. Das Traurige an der Sache ist, dass die Person, von der ich das bekam, wenige Wochen später plötzlich verstorben ist. Die Karte mit den mittlerweile fast verblichenen Worten und die Schokolade habe ich immer noch.

Ja, traditionelle Familientreffen, die Kaffeetafel, stimmungsvoller Kerzenschein, Stollen, Plätzchen, ’ne Weihnachtsgans und leider auch die Pfunde zu viel im Anschluss an die Feiertage, irgendwie gehört es dazu. Genauso, wie ich finde, gehören ein paar Gaben dazu? Oder nicht? Wie haltet Ihr es damit?

Eure Katja

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Dieser Beitrag wurde am 4. 12. 2011 veröffentlicht und im Bereich Allgemein, Katja, new-in-townabgelegt. Sie können jede Antwort zu diesem Beitrag abonnieren. Both comments and pings are currently closed.

3 Kommentare to “Ein bisschen Kommerz hat noch keinem geschadet”

  1. leute finden sagte:

    Ja, die Adventszeit ist die schönste Zeit des Jahres. Man denkt umso mehr an seine Familie und Freunde!

  2. GG sagte:

    Das mit dem Familienleben und Weihnachten als Fest der Liebe erledigt sich langsam von selbst: in Berlin sollen angeblich schon über die Hälfte der Beerdigungen anonym sein, d.h. ausser dem Bestatter ist keiner anwesend zum Adieu-Sagen.

  3. Katja, new-in-town, Blog, Weihnachten, Leute kennenlernen, Alkohol sagte:

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