Archiv von Oktober, 2011

Halloweenspuk auf Burg Frankenstein

Servus nities,

„Bitte Süßes, sonst gibt’s Saures.“
Wenn Ihr in den nächsten Tagen vor einer roten Ampel steht und von kleinen Geistern angefallen werdet, die Euch mit diesem Spruch anbetteln, keine Sorge, gebt Ihnen Süßes. Es sind nur kleine Halloweengeister, die Hunger haben. Bevor sie Euch auffressen, haltet einfach Süßigkeiten parat und es wird Euch nichts passieren.

Viel gruseliger sind die größeren Geister wie die Zombies, Monster, Jack the Rippers und Frankensteine, die an Halloween zum Leben erweckt werden, auf der Burg Frankenstein in Mühltal bei Darmstadt-Eberstadt. Die kann man nicht einfach mit ein paar Bonbons vertreiben. Die wollen nämlich Blut – Euer Blut!

Einmal habe ich an Halloween einen solchen Ausflug auf die besagte Burg mitgemacht. Ich hatte schon so viel davon gehört, dass ich, zusammen mit paar Freunden, allen Mut zusammengenommen hatte, um mir das Spektakel einmal anzusehen.

Die Anfahrt ist schon etwas chaotisch verlaufen. Es gibt unten im Tal ein Industriegebiet mit einigen Parkplätzen. Hoch auf den Berg, wo die Geisterresidenz steht, kommt man allerdings nur mit den Bussen, die an den Veranstaltungstagen Sonderschichten fahren. Das ist schon mal etwas doof. Ich habe mein Auto nämlich ganz gerne in der Nähe, prophylaktisch für eine mögliche Flucht. Nun ja, es musste also so gehen. Nach über einer halben Stunde Warten auf das richtige Verkehrsmittel und einer gefühlten Viertelstunde Fahrt in einem vollgestopften Bus durch den dichter werdenden Wald, kamen wir endlich an der Burg an. Hier begrüßten uns bereits die ersten Geister. Doch dort war es jedoch noch relativ hell und die Lebenden waren in der Mehrzahl. Kein Grund also, sich Sorgen zu machen – zumindest bis dahin.
Die Schlange an der Kasse war so lang, wie die Schlange kurz vor Ende der Happy Hour an einer Disko. Noch mal warten war also angesagt. Gut, dass wir uns warm eingepackt hatten.

Nach einer weiteren halben Stunde passierten wir endlich den Burghof. Mittlerweile war es kurz vor Mitternacht – der Geisterstunde. Noch war es nicht allzu gruselig. Hier und da liefen im Burghof ein paar ekelig aussehende Monster herum. Mit blutverschmierten Schwertern und Messern schlichen sie grinsend um uns herum, als wollten sie sagen „Dich krieg ich auch noch“. Um lockerer zu werden, genehmigten wir uns erst einmal einen Glühwein in einer Hütte auf dem Schlosshof. Ich hoffte inständig, dass der dampfende, rote Inhalt auch wirklich Glühwein war. Ich bildete mir ein, dass das Getränk etwas zu dickflüssig aussah. Aber da es wie Glühwein schmeckte, vergaß ich meine fixe Idee, es handelte sich vielleicht um „Beuteflüssigkeit“.
Nach kurzem Boxenstopp wagten wir uns in das Gelände vor. Jetzt erst sollte es so richtig losgehen. Bis dahin war alles Kindergarten. Etwas ängstlich lief ich in der Mitte meiner Freunde, eingehakt bei einer Freundin, den anderen hinterher. Der Lehmboden war uneben, man musste ganz schön aufpassen, wohin man in der Dunkelheit trat. Wir marschierten den Rundgang entlang. Zuerst einmal ging es nur durch einen dunklen Waldweg. Plötzlich sprang uns ein Halbtoter aus dem Gebüsch entgegen. Jemand schrie auf, ich schrie gleich mit. Schnell setzten wir unseren Spaziergang fort. Meine Freunde lachten, fanden es lustig. Ich eigentlich auch, aber gleichzeitig gruselte ich mich. „Du darfst deine Angst nicht zeigen“, riet mir ein Freund. Das war ein wahrlich guter Tipp! Fortan tat ich so, als suchte ich die Monster regelrecht, damit ich sie selber erschrecken konnte, bevor sie es taten. Es machte mir richtig Spaß, Dracula und Co. aufzulauern, anzutippen und selber zu erschrecken. Meine anfängliche Angst gegen die Zombies schrumpfte. Einer der Geister amüsierte sich anscheinend über mich, umarmte mich und drückte mir plötzlich einen dicken Kuss auf die Wange, statt mir in den Hals zu beißen. Auch ließen die Gespenster sich gerne mit uns zusammen fotografieren. Wenn einer ankam, man schon weglaufen wollte, so sprang ich freudig auf das Gruselmonster zu als hätte ich einen alten Bekannten wieder getroffen und fragte nach einem Foto. Ich war froh, den Dreh raus zu haben.
Nachdem uns im Gruselwald nichts mehr schocken konnte, wagten wir uns auf den Friedhof und an die Henkersbühne vor. Zur vollen Stunde wurde hier das Schauspiel einer Hinrichtung gezeigt. Mit der richtigen Musik und Nebelmaschinen sah alles zum Fürchten aus. Gegenüberliegend grenzte der burgeigene Friedhof an. Einige Gräber waren natürlich offen, an einigen klebte Blut. Außerdem hing eine Figur blutüberströmt aufgespießt auf einem der Zaunpfosten. Hinter uns ertönten aus Lautsprechern hässliche Schreie. Schnell weg, dachte ich. Hier und da kamen uns immer wieder ein paar freilaufende Geister entgegen, doch da der Hof übersichtlich war, es kaum Bäume und versteckte Winkel gab, fürchteten wir uns nicht. Hinter der nächsten Gasse gab es ein Bühnenspiel. Ein Exorzist versuchte, einer an ein Bett gefesselten jungen Frau, den Teufel auszutreiben. Man brauchte gar nicht hinzusehen, die Geräusche alleine ließen einem schon das Blut in den Adern gefrieren. Nebenan stieg zur gleichen Zeit eine junge Frau aus einem Sarg. Ich musste zugeben, die Überraschungseffekte erschreckten mich immer wieder, auch wenn ich es mir nicht ansehen lassen wollte.
Auf dem Rückweg trafen wir im Burghof einen Bekannten wieder. Den knutschenden Halbtoten, der sich eingangs zu unserem ersten Gruppenfoto überreden ließ. Geister sind doch nicht so schlimm, dachten wir. Im Grunde wollen sie auch nur eins, geliebt werden. ;-)

Noch bis zum 6. November könnt Ihr Euch das Halloween-Spektakel auf Burg Frankenstein selber anschauen. Viel Spaß beim Gruseln!

Eure Katja

Prophylaktische Maßnahmen gegen den November-Blues

Hallo nities,

bald ist es wieder soweit. Der gefürchtete Monat November steht vor der Tür. Der trübste und dunkelste Monat des Jahres. Die Wochen, in denen die Bäume uns ihre schöne, bunte Blätterpracht zeigten, die Sonne uns noch ab und zu ein paar warme Sonnenstrahlen schenkte, liegen bald hinter uns. Nun begleitet uns für einige Monate der fiese, klirrendkalte und dunkle Winter. Bis Weihnachten – einem kleinen Lichtblick in der düsteren Jahreszeit – sind es auch noch ein paar Wochen. Für eine ganze Menge Menschen beginnt die Zeit des größten Stresses. Nicht nur festliche Vorbereitungen für Weinachten werden getroffen, auch rollt das Weihnachtsgeschäft an. Geschäfte und Einkaufszentren öffnen ihre Türen schon Wochen vor Weihnachten zu ausgedehnten Zeiten und laden ein zum Mitternachtsshoppen, langen Samstagen und verkaufsoffenen Sonntagen. Die Verkäuferinnen und Verkäufer schieben teilweise Überstunden, sind genervt vom Besucheransturm. Mitarbeitern in der Gastronomie stehen ebenso nervenaufreibende Wochen bevor. Im November beginnt der Stress und nicht umsonst ist er für viele Menschen ein auslaugender und auch stimmungsmäßig trauriger Monat.

Aufgrund des Lichtmangels produziert der Körper nämlich zu wenig Vitamin-D. Ein hoher Vitamin-D-Spiegel gilt jedoch als Depressionsschutz. Doch nicht jeder Arbeitnehmer hat Zeit, mittags spazieren zu gehen. Man fährt im Dunkeln zur Arbeit und kommt im Dunkeln wieder heim. Wegen der geringen Sonneneinstrahlung wird außerdem zu wenig des lichtabhängigen Botenstoffes Serotonin, das stimmungsaufhellend wirkt, produziert. Die Serotoninproduktion wird durch einige Lebensmittel angeregt z.B. Bananen, Nüsse, aber auch Schokolade. Daher kommt auch der Heißhunger auf Süßes. So dürft Ihr auch gerne mal etwas häufiger in die Schokokiste greifen. Besser, als seinen Mitmenschen auf die Nerven zu gehen. ;-)

Doch was kann man noch tun, um den November einigermaßen schön zu gestalten? Wie kann man die große Deprie vermeiden?

Manchmal reicht es schon, zehn Minuten täglich bei bedecktem Himmel zu spazieren und der Serotonin-Spiegel wird angeregt. Empfehlenswert ist auch eine sogenannte Wohlfühllampe. Diese Lampe ist mit einer Tageslichtröhre ausgestattet, die eine Sonnenstrahlung simuliert. Kann ich übrigens aus eigener Erfahrung nur empfehlen.

Außerdem tut Bewegung gut. Nicht stundenlang herumrennen, aber soviel, dass man ins Schwitzen gerät. Wenn man seinen Sport dann auch noch draußen ausübt, wird außerdem das Immunsystem gestärkt. Man tut also gleich zwei gute Dinge für seinen Körper.

Fisch sollte man viel essen. Fisch liefert dem Körper neben Vitamin D auch Omega-3-Fettsäuren, die sehr wichtig für den Körper sind. Des Weiteren kann man seinen Salat mit Rapsöl, Hanföl oder Leinöl zu sich nehmen. Überhaupt spielt Ernährung eine wichtige Rolle. Frischkost, Obst, Gemüse und gesunde Fette sind in der dunklen Jahreszeit noch wichtiger als ohnehin schon.

Wem es extrem schwerfällt, sich zu motivieren, der sollte sich Rituale aufbauen. Morgens beispielsweise erst einmal einen kleinen Gang an der frischen Luft machen oder auf dem Weg zur Arbeit das Auto etwas weiter als sonst parken und laufen. Eine U-Bahn Station eher aussteigen oder das Fahrrad nehmen. Probiert es mal aus. Dieses kleine bisschen Bewegung mehr am Morgen wirkt sich äußerst positiv auf die Stimmung des Tages aus.
Weiter Rituale könnte eine Kaffeepause sein, die man sich einfach mal gönnt oder ein entspanntes Bad mit Kerzenlicht am Abend.

Duftöle oder eine Duftkerze stimulieren ebenso die Sinne.

Düfte haben nicht selten auch mit Essen zu tun. Wie wär es bei der Gelegenheit mit einem leckeren Bratapfel? Man soll sich zwar nicht nur mit Essen durch den November chauffieren, denn sonst ärgert man sich im Frühjahr über sein Winterspeck. Doch da man ja sowieso was essen muss, könnte man ja gesunde und stimmungsaufhellende Lebens- und manchmal auch Genussmittel zu sich nehmen. Da hätten wir also den Bratapfel, der auch gar nicht so viele Kalorien mitbringt. Einfach aus einem Apfel das Kerngehäuse heraus stechen, den Apfel in einen Topf mit ca. 2-3 cm siedendem Wasser stellen, Gewürze wie Zimt und Nelken dazu und den Deckel drauf. Nach wenigen Minuten breitet sich ein herrlicher Duft aus und ein paar Minuten später könnt Ihr Euer Werk essen. Wenn das die Stimmung nicht aufhellt!

Aber auch new-in-town kann helfen, die Stimmung zu verbessern. Verabredet Euch mit anderen nities, lernt neue Leute kennen und unternehmt was zusammen. Schon jetzt gibt es Glühweinstände, man kann aber auch ins Kino gehen oder sich zu Spieleabenden treffen. Dinge, die man im Sommer nicht so gerne machen will. Da habt Ihr sicher selber genug Ideen. Der Winter ist eine kuschelige Zeit, in der man sich es gemütlich machen kann.

Wenn Eure Deprie-Stimmung jedoch nicht vorbei gehen will, permanent da ist, länger als zwei Wochen anhält und ein gewisser Leidensdruck hinzukommt, dann solltet Ihr Euch mal von einem Arzt oder Psychologen beraten lassen.

Vielleicht hat jemand von Euch auch paar gute Tipps, wie man den November-Blues besiegen kann? Kommt gut durch den November!

Eure Katja

Mein erstes new-in-town-Gruppentreffen

Servus nities,

heute gibt es anlässlich der Buchmesse einen kleinen Auszug aus meinem Buch, welches unter anderem von NIT handelt. Es geht in dem Kapitel um meinen* ersten Besuch bei einem NIT-Gruppentreffen. Bestimmt habt Ihr es so oder ähnlich auch erlebt. Für diejenigen, die neu bei new-in-town  sind, kann das ein kleiner Einblick sein, wie man Leute kennenlernt. Traut Euch ruhig mal, Leute über die Pinnwand anzuschreiben und zu treffen. Anfangs vielleicht in einer solchen Gruppe.

Dienstagabend!

Ich sitze mit einer Menge, mir vollkommen unbekannter Menschen, in einem, mir jedoch nicht ganz so unbekanntem Lokal. Außer Tobias und Jochen kenne ich hier niemanden und sitze etwas verloren herum. Einige scheinen sich untereinander zu kennen, andere hingegen schauen genau so unsicher durch die Gegend wie ich. Tobias ist Herr der Lage, kennt fast jeden. Er genießt, dass die Anzahl seiner weiblichen Gäste deutlich überwiegt. Er wirkt überdreht und zappelt auf seinem Platz herum. Irgendwie fühle ich mich ein wenig genervt von der hibbeligen Art. Vielleicht versucht er auch nur, alle Gäste gleichzeitig zu unterhalten, vermute ich. So drehe ich mich auch nach rechts, nach links, beuge mich vor zu meinem Gegenüber und versuche mit den Mädels in Kontakt zu treten. Also irgendwie komme ich so mit so niemandem wirklich ins Gespräch und kann mich erst recht nicht mit jemandem identifizieren. Auf mich wirken einige der Leute in dem Kreis gestellt, überdreht und gespielt. Eine Martina, kräftig gebaut, bunt geschminkt und lustig drauf, führt momentan grell piepsend das Gespräch. Es geht natürlich um „Wer macht was“ und wen sie schon alles auf diese Weise kennengelernt hat. „Kennt Ihr auch den LuckyXY?“, fragt sie in die Runde.
„Wer kennt den nicht!?“
Der Typ mit dem Pseudonym „LuckyXY“ ist jedem aktiven „new-in-town-Mitglied“ bekannt. Sein Standardeintrag ist einer über seine „privaten Grillpartys“, wofür er immer neue Leute sucht, natürlich Frauen, weil „zufällig kurzfristig welche wegen Krankheit absagen mussten!“ Jeder amüsiert sich im Stillen über den „armen Mann“, bei dem die Frauen „zufällig“ so oft kurzfristig erkranken.

Genauso bekannt ist die sich ständig wiederholende Anzeige einer Nerges, die in falschem Deutsch für sich und ihren Mann „allgemeine Freundschaften“ sucht und dabei jedes Mal betont, dass sie „nichts Sexuelles“ suchen aber dafür „mobil seien“…
„Nerges…! Oh ja, die kennt auch jeder!
Na ja, wir unterhalten uns noch über diese und jene Anzeige in der „Pinnwand“ des Internetforums ohne natürlich unseren eigenen Nicknamen bzw. unsere wahrscheinlich genauso albern klingende Anzeigen zu erwähnen. Gut, dass es Nicknames gibt! „Hat eigentlich schon Mal jemand LuckyXY oder Nerges getroffen?“, frage ich in die Runde und alle starren mich an. Sicher habe ich die unmöglichste und unvorstellbarste Frage aller Fragen gestellt! Eine Frage, die tabu ist, die man nicht stellen darf!
„Natürlich nicht!“
„Wer antwortet denn auf so was?“, lauten die fast schon empörten Antworten aus allen
Richtungen. „Ahm, doch…“, meldet sich leise ein Stimmchen von ganz hinten. „Ich habe ihn mal getroffen. Aber es war ganz durch Zufall. Er ist bei einem Treffen von anderen dabei gewesen. Er heißt richtig Mike und ist in der Tat ein seltsamer Vogel. Gesichter drehen sich zu Annabelle , einer zierlichen, blonden, Mitdreißigerin.
„Erzähl mal!“, wird sie wissbegierig aufgefordert.
„Na ja, das ist ein etwas schleimiger Typ, so unseres Alters. Er kommt sich ziemlich toll vor, glaube ich. Wir waren damals auf einem Frühstücksbrunch zusammen. Er stützte sich immer auf den Tisch, lehnte sich vor und begann fast jeden Satz mit „Also ich bin einer, wo… usw.“
Wir grinsen und stellen uns diesen Typen bildlich vor. Annabelle macht ihn nach und schaut Imken, die ihr gegenübersitzt, dabei in die Augen: „Also ich bin einer, wo, wenn er in einer Beziehung ist, ganz schön tolerant ist.“ „Also ich bin einer, wo, wenn er in einer Beziehung ist auch schon mal Geschirr spült.“
Wir lachen und überlegen, wie Nerges sein könnte.
„Also ich will aber nix Sexuelles“, meldet sich Tobias mit piepsigem Stimmchen und wir lachen.
„Wirklich nicht?“, frage ich.
„Nee du, aber dafür bin ich auch mobil!“
Nachdem wir uns über die seltsamen Einträge lustig gemacht haben, unterhalten wir uns über uns Anwesende und tauschen Handynummern für spontane Anrufe zwecks sinnvoller Freizeitgestaltung aus. Wenn man über Dreißig und Single ist, kann in einem Abend alleine zu Hause bereits der Anfang einer großen, unendlich scheinenden Depression liegen. Dem versucht NIT entgegenzusteuern!
Na ja, so vergehen die Tage. Ich treffe mich fortan regelmäßig mit dem „WMW-Kreis“ und lerne immer mehr neue Leute kennen …

Eure Katja

* Die Person “Ich” sowie alle in der Geschichte vorkommenden Personen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen wären zufällig. Es handelt sich um eine fiktive Geschichte!

In Frankfurt wird wieder gemordet – Lokale Krimiautoren stellen ihre Neuerscheinungen vor

Hallo nities,

in der kommenden Woche sollte man in Frankfurt etwas vorsichtig sein. Kriminalisten, Verbrecher und Mörder sind los. Doch keine Sorge, die Gefahr, in ein Verbrechen verwickelt zu werden, besteht praktisch nur zwischen den Zeilen. Um genau zu sein, in Büchern. Am 12. Oktober öffnet nämlich die Buchmesse 2011 ihre Pforten. Mit dabei: einige Lokalautoren mit ihren Krimi-Neuerscheinungen.

Wie immer werden die Türen zuerst für die Fachbesucher geöffnet, doch am Wochenende des 15. und 16. Oktobers stehen sie den wichtigsten Besuchern offen, den Kunden.
Warum schreiben Frankfurter gerne Krimis? Nun, das Rhein-Main-Gebiet zählt schon seit Jahrzehnten zum heißen Pflaster und Mainhattan diente immer schon gerne als Kulisse für Fernsehkrimis, wie beispielsweise „Ein Fall für Zwei“. Wer kennt nicht noch die Namen der Ermittlerpioniere Josef Matula (Claus Theo Gärtner) oder Dr. Dieter Renz (Günter Strack)?

Frankfurter Kriminalromane begannen etwa ab Mitte der 90-er Jahre durch den Autor Andreas Franz so richtig erfolgreich zu werden. Seine Bücher sind alle Bestseller und überregional bekannt. Während er für Frankfurt die Kommissarin Julia Durant erfand und für ein sicheres Pflaster kämpfen lies, berief er für das benachbarte Offenbach den Kommissar Peter Brand ins Amt. Auch zusammen ein unschlagbares Team, wie man 2007 in „Das Todeskreuz“ lesen konnte. Von wegen Frankfurt und Offenbach, das ginge nicht zusammen! Leider verstarb Andreas Franz im März dieses Jahres plötzlich und wir werden nie erfahren, wie es mit Durant und Brand weitergeht.

Doch auch viele andere, gute Rhein-Main-Autorinnen und Autoren schreiben spannende Lokalkrimis. Da haben wir zum Beispiel – in alphabetischer Reihenfolge – folgende Autoren mit ihren Neuerscheinungen:

Stefan Bouxsein aus Bockenheim brachte „Das tödliche Spiel“ heraus: Eine wohlhabende Witwe wird auf dem Lerchesberg in Sachsenhausen umgebracht. Am Tatort liegt ein Buch. Der Autor beschreibt darin seine Affären zu verschiedenen Frauen. Das Mordopfer war einer dieser Affären. Sehr bald wird klar, dass sich auch die anderen Frauen in großer Gefahr befinden …
Ein Buch, das nebenbei auch die Macht der Medien bzw. das harte, mitunter erbarmungslose Geschäft des Verlagsgeschäfts beschreibt.

Gerd Fischer, ebenfalls aus Bockenheim, veröffentlichte „Robin Tod“: Als in Frankfurt zwei Investmentbanker tot aufgefunden werden – jeweils mit einem Pfeil in der Brust – rechnet man mit einem Serientäter. Kommissar Rauscher nimmt die Ermittlungen auf und stößt dabei auf mysteriöse Geldgeschenke. Spielt hier jemand einen neumodischen Robin Hood? Doch wer ist gut, wer böse und was für eine Rolle spielt der Pfeil?

Last but not least brachte die Walldorfer Autorin Brigitte Pons ihren Debütkrimi „Ich bin ein Mörder“ heraus: „Ich bin ein Mörder“ behauptet Schriftsteller Tobias S. bei einer Lesung. „Aber ihr könnt mir nichts beweisen, ich bin einfach zu genial!“ Und Alexandra, die Frankfurter Streifenpolizistin, ist völlig fasziniert von dem Bestsellerautor. Er scheint ihre Gefühle zu erwidern, schickt ihr Blumen, will sich mit ihr treffen. Was für ein Abenteuer denkt Alexandra. Dann geschieht tatsächlich ein Mord auf dem Eisernen Steg, genau wie in Tobias’ Roman. Spielt er wirklich nur? Will ihm jemand schaden? Oder ist Tobias S. am Ende doch ein Mörder?
Brigitte Pons wird übrigens auf der Buchmesse 2011 persönlich anwesend sein und aus ihrem Werk lesen: Am 16.10.2011 um 11 Uhr auf dem Messegelände Frankfurt, Halle 3.1 Stand H128 und am Gemeinschaftsstand der Thüringer Verlage am 16.10.2011 um 17 Uhr auf dem Freigelände zwischen Halle 3 & 4 im Lesezelt.

Wer also am kommenden Wochenende Lust hat, Krimiluft zu schnuppern, der sollte sich die Buchmesse nicht entgehen lassen. Es gibt sie nur einmal im Jahr. Gastland wird in diesem Jahr übrigens Island sein.

Öffnungszeiten für Privatbesucher:
Samstag und Sonntag: 08.00 bis 19.30 Uhr
Tageskarte mit RMV-Fahrt: 15 Euro / ermäßigt 10 Euro
Wochenendticket mit RMV: 21 Euro
Weitere Infos: http://www.buchmesse.de/de/fbm/allgemeines/eintrittspreise/

Viel Spaß!

Eure Katja

Ehrenamt ist Ehrensache

Liebe nities,

vielleicht hat der Eine oder Andere schon mal den Wunsch verspürt, etwas für seine Mitmenschen zu tun, und zwar ohne etwas dafür zu fordern? Ich rede nicht davon, jemandem mal eine Tasse Kaffee mitzubringen oder die Computerprobleme des Kollegen zu beheben. Gewisse Dinge sollten unter Erdenbürgern selbstverständlich sein. Das Leben ist ein ständiges Geben und Nehmen. Vielmehr meine ich eine freiwillige, öffentliche Tätigkeit, die jemand regelmäßig ausübt, um anderen Menschen unentgeltlich zu helfen – das Ehrenamt.

Laut einer Studie des Freiwilligensurveys oder der Enquête-Kommission engagiert sich jeder Dritte in Deutschland ehrenamtlich. Das „Ehrenamt“ wird auch als „Freiwilligenarbeit“ oder „Bürgerliches Engagement“ definiert. Man hilft beispielsweise kranken oder alten Menschen beim Einkauf, beteiligt sich an gemeinnützigen Projekten, unterstützt mit einfachen aber wichtigen Aufgaben oder Gesprächen in Alten- oder Kinderheimen, in Krankenhäusern, in der Kirche oder in einem Verein. Freiwillige Helfer werden immer gebraucht und sind von daher gerne gesehen. Man bekommt durch seine freiwillige Hilfe etwas zurück, was man im wahrsten Sinne des Wortes nicht kaufen kann: Anerkennung, Dank und das Gefühl, etwas Gutes zu tun, gebraucht zu werden.

Ich habe mal einen solchen „Ehrenamtlichen“ bei seiner Arbeit begleitet, um mir ein Bild zu machen. Es gibt natürlich unzählige Aufgaben, die wahrgenommen werden können.

Hier stelle ich Euch Herrn B. aus Heidelberg vor, der die „Heidelberger Tafel e.V.“ unterstützt. Tafeln gibt es mittlerweile in fast allen größeren Städten. Überproduzierte Lebensmittel und solche, die das Verfallsdatum bald erreicht haben und deswegen nicht mehr verkauft werden können, werden aus Supermärkten abgeholt und an bedürftige Einrichtungen verteilt. Ebenso holen die Fahrer der Tafel Brot und Backwaren aus Bäckereien ab, die am Abend übrig geblieben sind. Die Lebensmittel aus Supermärkten müssen verschlossen sein. Angebrochene oder vergammelte Dinge werden selbstverständlich nicht mitgenommen. Auch hier herrscht eine exakte Regelung und gründliche Kontrolle. Doch lest und seht selbst, was im Einzelnen passiert: Der freiwillige Dienst von Herrn B. beginnt ca. ½ Stunde vor Ladenschluss. Er holt den Lieferwagen der Tafel ab, um damit die Supermärkte und Bäckereien anzufahren. Er muss jeweils kurz vor Ladenschluss dort ankommen, denn die Verkäuferinnen und Verkäufer möchten gerne pünktlich Feierabend machen. Da die Mitarbeiter der Supermärkte auch nicht immer wissen, was noch verwendet wird und was nicht, sortiert Herr B. die zur Verfügung gestellte Ware vor Ort. Einiges ist bereits vergammelt und wird weggeschmissen. Aber das meiste ist in Ordnung. Es ist schon erstaunlich, was ein Supermarkt alles übrig behält und was ohne die Tafel einfach weggeschmissen werden würde. Der Vito ist heute bereits schon von einer einzigen Anfahrstelle halb voll. Anschließend fährt er schnell noch eine Bäckerei an. Es ist bereits kurz nach 20 Uhr, aber er hat Glück, der Laden hat noch nicht geschlossen. Die Verkäuferinnen wussten, dass heute Ware für die Heidelberger Tafel abgeholt werden würde, und haben ein wenig gewartet. Es werden ein paar Worte gewechselt und man hilft Herrn B. dabei, die Körbe mit ganzen Broten, Brötchen, Laugenstangen, Kuchenstückchen und Teilchen in den Vito zu laden. Die Supermärkte und Bäckereien werden nicht täglich angefahren. Manchmal nur einmal in der Woche oder nach Bedarf. Es gibt Tage, da bleibt nicht viel übrig und dann gibt es wieder Tage, an denen ist der Kleinlaster bereits nach dem Anfahren einer Stelle, wie heute, fast voll. Zu guter Letzt müssen die Lebensmittel ausgeliefert werden. Die Nahrungsmittel können natürlich nicht stundenlang im Transporter verweilen. Herr B. hat heute alles einer Obdachloseneinrichtung versprochen. Vorher hat er sich telefonisch erkundigt, welche Einrichtung Bedarf hat und die Wohnsitzlosenstation war die Einzige, die sich gemeldet hat. Manchmal sind es auch Kinderheime, die angefahren werden. Dort wird also wieder ausgeladen. Herbeigerufene Bewohner packen gerne mit an und man wechselt ein paar Worte. Die Dankbarkeit ist schon was Tolles. Normalerweise bekommen die Wohnsitzlosen nicht so eine Auswahl an Lebensmitteln aufgetischt. Der Leiter der Einrichtung erzählt, dass auch hier genau aufgeteilt wird und Dinge, die man lagern kann, auch gelagert oder eingefroren werden. Weniger lang Haltbares wird sofort verarbeitet. Doch mit der umfangreichen Lieferung können die Bewohner mehrerer Tage zusammen was Gutes kochen. Als letzte Station fährt Herr B. den Vito der Tafel wieder auf den vorgesehenen Parkplatz zur Zentrale. Dort kann ihn dann morgen oder in den nächsten Tagen ein anderer freiwillige Helfer abholen.

Es gibt auch die Möglichkeit, sich einmalig zu engagieren. Wenn ein Kindergarten beispielsweise mal Helfer sucht, um einen Sandkasten zu bauen, ein Blumenbeet zu pflanzen oder eine Schaukel aufzustellen. Altenpflegeheime brauchen manchmal Leute, die bei Ausflügen helfen. Mitunter müssen Rollstühle geschoben werden. Wer es sich zutraut, kann in einem Hospiz durch Gespräche Gutes bewirken. Auch und gerade ein aktives Zuhören und für jemanden da zu sein, ist ungemein wichtig und wird dankbar angenommen. Viele Menschen, gerade Ältere, haben keine Verwandtschaft mehr und freuen sich über Besuch. Möchtet Ihr Euch auch freiwillig engagieren? Es gibt viele Möglichkeiten, Gutes zu tun. Schaut einfach mal auf der Internetseite Eurer Stadt nach oder googelt nach „Freiwilligenagentur“ oder „Freiwilligenzentrum“ in Eurer Stadt. Außerdem veranstaltet mittlerweile jede große Stadt einmal im Jahr einen sogenannten „Freiwilligentag“. An dem Tag, meistens einem Samstag, hat man die Möglichkeit, mal in mehrere Projekte reinzuschnuppern. Na, wie wär’s?

Eure Katja