Es gibt keine Rückspultaste im wahren Leben
Hallo nities,
auch wenn das virtuelle Leben oft kritisch beobachtet wird, es bietet ziemlich viele Möglichkeiten, von denen man im realen Leben nur träumen kann. Ich zumindest denke manchmal darüber nach, wie es aussehen würde, wenn das menschliche Hirn einmal ein Update erfährt und sich an die heutige Zeit anpassen würde. Wie würde unser Leben aussehen, wenn die Vorteile aus dem Cyberlife ins tatsächliche Leben übertragen werden könnten? Wer den Kinofilm „Klick“ kennt, weiß vielleicht, wovon ich rede: Workaholic Michael bekommt eines Tages von dem geheimnisvollen Morty eine Fernbedienung geschenkt, mit der er sein Leben steuern kann. Langweilige Momente in seinem Alltag lassen sich damit vorspulen, schöne Dinge beliebig oft wiederholen, den Ton kann er dämpfen, wenn seine Frau mit ihm schimpft und ganz schnell vorspulen, um zu seiner Beförderung mit Gehaltserhöhung zu gelangen.
Wäre es nicht toll, wenn es so etwas wie eine „Rückspultaste“ in unserem Leben gäbe? So wie bei dem Computerspiel „Die Sims“. Fehler, die man gemacht hat, Streitigkeiten und Fehlentscheidungen ließen sich wieder korrigieren. Böse Dinge, die man zu jemandem gesagt hat, peinliche Situationen, in die man geraten ist und Misserfolge könnte man ganz einfach bereinigen. Man könnte sich auch wieder in seine Kindheit zurück beamen und die Weichen total anders stellen, natürlich mit der Erfahrung vom Jetzt. Es gäbe keine „Hätte-ich-damals-doch-nur-Vorwürfe“ mehr. Auch Unfälle ließen sich vermeiden, Gewalt verhindern und Leid mindern. Man wäre vielleicht in der Lage, sich per Gedankenübertragung mit Freunden zu „linken“ und zu kommunizieren. Hat man irgendwann doch mal zu viel Mist gebaut, dann drückt man einfach die „Reset-Taste“ und fängt neu an.
In Frankfurt gab es neulich von der Redaktion des Junge Zeitung Projektes einen Selbstversuch zum Thema Facebook im echten Leben. http://www.fnp.de/fnp/region/lokales/frankfurt/facebook-im-echten-leben_rmn01.c.9232601.de.html Die engagierten Redakteurinnen und Redakteure hatten sich mit Plakaten aus Pappe, als Gegenstück zur virtuellen Pinnwand, auf die Straße gestellt. Über die Brust geklebt, trugen sie ihre Profilangaben, also den Beziehungsstatus, Wohnort, Alter und Hobbys. Natürlich durfte auch der „Gefällt-Mir-Button“ nicht fehlen. Passanten wurden nun aufgerufen, etwas auf die reale Pinnwand zu schreiben oder vorhandene Einträge zu beantworten. Nach einiger Skepsis begannen fremde Menschen mitzumachen, posteten etwas auf den Karton, wozu andere Passanten Stellung nahmen. Mit gelben Post-Its wurde alles „geliked“ und kommentiert, was vorbeilief. Die Frisuren und Kleidung der Passanten, das Wetter, die Stimmung und natürlich die Aktion selbst. Eine Plakatträgerin wurde leicht von einem jungen Mann geschupst. Aber er lachte dabei und rief: „Haha, angestupst“. „Facebook into real life“ nannten die jungen Zeitungsmacher die Aktion. Das virtuelle Leben ist also zum Greifen nah. Da soll man mal sagen, nur virtuell traue man sich alles.
Workaholic Michael aus dem Film „Klick“ machte im Laufe der Zeit jedoch die Erfahrung, dass er sehr viele kleine Dinge in seinem realen Leben nicht sah, weil er zu viel auf seiner Fernbedienung herumgeklickt hatte. Er wollte immer schneller woanders sein und langweilte sich im Jetzt. Erst später merkte er, dass es im Jetzt viel besser ist und dass er Vieles falsch gemacht hat. So wird in der Geschichte für den Familienzusammenhalt als oberstes Gebot plädiert, gegen das niemals durch übertriebenen Ehrgeiz oder Egoismus verstoßen werden sollte.
Tja, da sieht man wieder, dass das virtuelle Leben immer noch anders abläuft als das reale und das sich Fehler im wahren Leben nicht so schnell löschen lassen. Aber auch ein schlimmer Fauxpas im virtuellen Leben kann ganz schön in das tatsächliche Leben eingreifen. Da die Rückspultaste noch in keinem Leben erfunden wurde, müssen wir doppelt vorsichtig sein. Aber vielleicht dürfen wir schnell Dahergesagtes auch einfach nicht so streng bewerten und sollten allgemein einfach nachsichtiger werden?


„Ich weiß nicht?“, das ist ein Satz, den Frauen gerne verwenden. Welcher Mann atmet nicht erst einmal schwer durch, wenn er diesen Satz von seiner Herzensdame hört? Nicht immer bedeutet „Ich weiß nicht?“ tatsächlich, dass sie es nicht weiß. Manchmal weiß sie es ganz genau. Und gerade dann wird es erst richtig schwer …
Geht Ihr, liebe Männer, mit Eurer Partnerin für Euch Klamotten kaufen und das Urteil der Frau ist ein skeptisches „Ich weiß nicht!“, dann legt das Teil am besten schnell wieder weg.
Das sind natürlich alles Vermutungen, denn jeder Mensch ist anders. Klagt mich nicht an, wenn ich einen falschen Tipp gegeben habe oder es bei Euch ganz anders ist. Ich bin ja auch „nur“ eine Frau. Und ob das nun alles so stimmt mit meinen Übersetzungen? – „Ich weiß nicht …?“
in der Sonntagsausgabe der FAZ fiel mir ein Leserbrief ins Auge. Eine Dame aus Köln äußerte sich darin empört über die Aussage der Sängerin Ina Müller, die da lautete: „Für mich bringt heiraten nichts“ (FAZ 04.09.2011)
Es gibt sogar ein 
Ähnlich wie die mobilen Telefonate, die immer und überall geführt werden, sind die virtuellen Unterhaltungen, auch Statusmeldungen oder Twitter, genannt. Man zwitschert lautstark alles heraus, was man gerade so macht, einem auf der Zunge liegt, erlebt hat und vor hat zu machen. „Heute Abend geht’s in die Sauna“, schreibt eine junge Frau. Klar, dass der eine oder andere männliche Leser gleich fragt, ob er mitkommen darf. Die Mütter und Väter dieser Generation klatschen währenddessen die Hände über dem Kopf zusammen und rufen empört aus, dass es so was zu deren Zeit nicht gegeben hat. Nein, vor fünfunddreißig, vierzig Jahren oder selbst noch die Generation davor wuchs nicht mit Handy und 