Archiv von Juli, 2011

Mein schönstes Erlebnis mit new-in-town

Hallo nities,

nachdem ich letzte Woche das beliebte Wörtchen „Eigentlich“ erklärt habe, möchte ich heute mal wieder eine kleine new-in-town-Geschichte erzählen. Natürlich dürft Ihr wieder Euren „Senf“ dazugeben, ich bitte sogar darum. Es geht um das schönste Erlebnis mit new-in-town.

Dass new-in-town viele Menschen zusammenbringt und Freundschaften entstehen lässt, das dürfte bekannt sein. Der eine oder andere hat sicherlich auch seinen Lebenspartner über diese Plattform gefunden. Ist vielleicht einer von Euch dabei, der eine solche Sache erlebt hat. Wie war das genau?
Manchmal kann es passieren, dass man aus den Augen verlorene Bekannte wiederfindet. Ein Grundschulfreund, der vielleicht vor 30 Jahren unbekannt verzog, läuft einem zufällig bei new-in-town über den Weg. Eine Bekannte von mir hat über new-in-town eine aus den Augen verlorene Urlaubsbekanntschaft von vor einigen Jahren wiedergefunden. Man stelle sich mal vor, die beiden wohnen jetzt sogar bereits seit ein paar Jahren in der gleichen Stadt und sind sich über normalem Weg nicht über den Weg gelaufen! Erst durch einen new-in-town-Pinnwandeintrag über ihre gemeinsame Liebe zu Neuseeland fanden sie wieder zueinander.

Was war mein schönstes new-in-town-Erlebnis? Wenn ich mal so überlege, da gibt es im Grunde viele schöne Begebenheiten. Zu Beginn ist new-in-town sehr spannend für mich gewesen. Man weiß nicht, was auf einen zukommt, was sind das für Leute, wie geht das alles und was macht man zusammen? Später, als „erfahrener nitie“, kann man anderen Tipps geben, man weiß, wie es funktioniert oder man hat bereits seinen festen Freundeskreis gefunden, surft eventuell nur noch gelegentlich auf der Seite. Auch bei mir gibt es Phasen, in denen ich nichts Neues mehr wage. Mein Freundeskreis, der zum großen Teil aus nities und deren Bekannte besteht, ist fest. Man muss seine Freunde ja nicht ständig wechseln, man sollte auch nicht dauernd von einem zum anderen übergehen. Freundschaften sollte man pflegen, nicht permanent neue Leute suchen. Dennoch nutze ich weiterhin new-in-town. Gelegentlich organisiere ich eine Freizeitveranstaltung mit meinen Freunden und frage über die Pinnwand nach weiteren Interessierten. So, dass wir zu ¾ ein fester Kreis sind und ¼ aus neuen Leuten besteht oder ähnlich. Das ist schon toll, bringt frischen Wind.
Zurück zu meinem schönsten new-in-town Erlebnis. Mir fallen da spontan zwei ein. Zum einen war es mein aller erstes „Blind Date“:
Es war ein verregnetes Pfingstwochenende vor drei oder vier Jahren. Ich surfte im Internet herum und kam irgendwie auf einen Banner, der mich zum new-in-town brachte. „Toll“, dachte ich. „Hier werde ich mich gleich mal ein bisschen verabreden und meinem langweiligen Leben einen frischen Wind geben.“ Der kam dann auch, der frische Wind. Was sich daraufhin alles entwickelt hat …
Wenn ich mich damals kurzfristig doch dazu entschlossen hätte, bei dem miesen Wetter auf dem weichen Sofa im warmen Stübchen zu bleiben, eine ganze Menge Dinge in meinem Leben wären total anders verlaufen. (In meinem Buch „Ohne Mann tut’s auch! … oder?“ kann man bei Weltbild ab Kapitel 118 die Geschichte etwas genauer nachlesen.
( ) Aber so folgte ein Erlebnis dem nächsten, einer Freundschaft folgten weitere. Ich möchte es nicht missen.
Ein zweites schönes Erlebnis hatte ich vor drei Jahren. Ich nahm über new-in-town an einem Frühstückstreffen teil. Zwei new-in-town-Gruppen trafen sich, um gemeinsam zu brunchen. Ich hatte zufällig an diesem Tag Geburtstag. Wir waren etwa 12 bis 15 Leute, ich weiß es gar nicht mehr so genau. Ziemlich schnell kam ich, die damals nur wenig Gleichgesinnte kannte, mit den Tischnachbarn ins Gespräch. Neben mir saß ein Nick und am rechten Kopfende eine Iffi. Mit beiden bin ich jetzt noch in regelmäßigem Kontakt. Links saßen drei meiner heute allerbesten Freunde, die ich damals erst wenige Wochen kannte. Mit einigen Leuten von diesem Frühstückstreff traf ich mich in diesem Kreis später noch ein paar Mal auf Stadtfesten und so, doch irgendwann verliefen sich die meisten Kontakte. Das ist aber nicht ungewöhnlich. Es war schon lustig damals. Immer mehr „Fremde“ kamen dazu, fragten, ob wir die new-in-town-Gruppe seien und erzählten ihre Geschichte: Wer bin ich, wie lange wohne ich schon hier, wie viele Leute habe ich schon kennengelernt und so was. Es sind zwar immer die gleichen Fragen, aber dennoch ganz unterschiedliche Antworten. Wer sich sympathisch ist, trifft sich wieder. Ich persönlich finde einen Frühstückstreff immer ganz besonders angenehm, um jemanden kennenzulernen. Jeder sagt, er habe keine Zeit für Sport, keine Zeit für einen langwierigen Tanzkurs, für dies nicht und jenes nicht, aber essen müssen wir doch alle mal was … ;-)

Was war Euer bisher schönstes new-in-town-Erlebnis? Gibt es da etwas, wofür Ihr new-in-town danken wollt, was Ihr unbedingt anderen mitteilen wollt oder Tipps, die Ihr weitergeben möchtet? Schreibt uns.

Eure Katja

Was bedeutet „Eigentlich“: Nachhilfe in Sachen „Freiraumwörter“

Servus nities,

Eigentlich benutzen wir das Wort Tag für Tag. Eigentlich wissen wir genau, was mit „Eigentlich“ gemeint ist, eigentlich …

Im Wortschatz der Frauenwelt wird dieses Kaugummiwort mit Vorliebe angewendet, auch bei mir. Das Wörtchen „eigentlich“ wird oft und gerne in Verbindung mit, „eigentlich ja …“ oder „eigentlich nicht …“ genannt. Männliche Zeitgenossen tun sich mit einer weiblichen Aussage, in der ein „Eigentlich“ vor kommt oft etwas schwer. Für sie gibt es nur ein klares „Ja“ oder „Nein“. Drum will ich versuchen, Euch Männern die Sache anhand von paar Beispielen zu erläutern. Aber auch die Damen dürfen sich natürlich gerne beteiligen und Beispiele aufzählen, die mit einer Eigentlich-Aussage zu tun haben. Vielleicht hat das Wort ja durchaus noch andere Bedeutungen, als die mir bekannten?

Beispiele:
Das „Eigentlich“ in Beziehungen:
Das Pärchen Heidi und Klaus überlegt, was es am Samstagabend unternehmen könnte, vielmehr überlegt Heidi, denn Klaus weiß, was er will. Er möchte sich zu Hause vor den Fernseher setzen, Fußball schauen und dazu eine Flasche Bier trinken. Heidi langweilt sich aber und ärgert sich, weil Klaus jeden Samstag so inaktiv ist. Sie würde lieber ausgehen, sich unter Leute mischen, ins Kino, was trinken gehen oder einfach mal etwas anderes tun. So sagt sie zu Klaus, dass sie eben „eigentlich“ gerne was anderes tun würde. Sie sagt aber nicht zu Klaus: „Schatz, ich will aber etwas anderes machen.“ Sie sagt: „Eigentlich wollte ich aber mal was anderes machen.“
Warum sagt sie „eigentlich“? Will Heidi nun was anderes tun oder nicht? Warum sagt sie es dann nicht deutlich oder will sie am Ende vielleicht doch nicht? Wenn man einen Freund oder Mann hat, der noch zuhört, was zu fortgeschrittenem Stadium einer Beziehung vielleicht nicht mehr der Fall ist, so fragt er irritiert nach. Klaus weiß nicht, was sie nun will oder nicht will oder ob sie überhaupt eine Antwort von ihm erwartet. Manchmal reden Frauen ja nur so, um was zu sagen. Sie erwarten keine Antwort. Da ich auch eine Frau bin, übersetze ich hier aber mal: Heidi möchte definitiv was anderes machen, möchte aber, dass Klaus von selber drauf kommt, ihre Gedanken lesen soll. Das können Männer aber meist nicht.

Der selbst ernannte Frauenexperte Mario Barth kennt das Wort „Eigentlich“ natürlich auch und hat schon so einige Übersetzungen dazu gemacht:
„Eigentlich bin ich müde“, heißt so viel wie „Finger weg, ich will keinen Sex.“
„Eigentlich könntest du dich auch mal um mich kümmern“ gleich „Führe mich endlich mal wieder chic aus, kauf mir was Teures!“

Es gibt aber noch eine Form vom „Eigentlich“, welche meiner Meinung nach eine recht gängige Form ist. Es bedeutet ganz einfach, dass man unsicher ist, schlichtweg (noch) keine definitive Antwort hat oder sich nicht festlegen möchte. Ich erkläre wieder am Beispiel von Heidi und Klaus:
Klaus bestellt bei fast jedem Restaurantbesuch ein Steak. Männer sind ja bekanntlich recht einfach gestrickt. Wozu also was Neues ausprobieren? Ein Mann bedient sich gerne am Gleichen, wählt das Bekannte. Heidi studiert ewig lang in der Karte und findet dennoch nichts. Genau wie im überquillenden Kleiderschrank. Zu viel Auswahl! Nach einer geschätzten Ewigkeit fragt der hungrige Klaus, was sie denn nun wolle. „Eigentlich was mit Reis“ oder „eigentlich was mit dies und jenem“, sagt sie. Also etwas, was ganz bestimmt irgendwo auf der Karte steht, doch sie legt sich nicht fest. Klaus ist schon ganz genervt wegen dem „Eigentlich“. In dem Fall übersetze ich mal wieder: Die Frau weiß es wirklich nicht und will, dass der Mann für sie entscheidet. Männer: Probiert es mal aus! Bei einem „Eigentlich“ müsst Ihr entscheiden! ;-)

Das „Eigentlich“ im Büro:
Wenn der Chef kommt und unfreundlich raunt, ob die Arbeit schon gemacht ist, antwortet man gerne: „Eigentlich ja“, denkt sich dabei jedoch weiter „ … wenn Sie Ihre Augen aufsperren würden, hätten Sie es gesehen.“ Man verwendet auch hier lieber vorsichtig ein Wort wie „Eigentlich“, denn wenn einer schon so auf einen zukommt, dann möchte man sich auch nicht festlegen, man erwartet Unheil oder denkt „Vielleicht hat er noch was hingelegt und das habe ich noch nicht gesehen?“

„Eigentlich wollte ich das noch machen.“ Bedeutung: „Ja, ja, da kam dann wohl was sehr Wichtiges dazwischen.“ ;-)

Ich hatte mal einen Chef, der das Wörtchen „Eigentlich“ auf die interne Tabu-Wörterliste gesetzt hat. Er arbeitete nur mit Frauen, die fast in jedem Satz ein „Eigentlich“ mitschwingen lassen würden, wenn es kein Ausspracheverbot gäbe. Ziemlich anstrengend und irritierend für einen Hahn im Korb, vermute ich. ;-)
„Eigentlich kann man eigentlich auch weg lassen.“

Das „Eigentlich“ bei Kündigungen“:
Sollte sich jedoch ein Chef selber mal dieses Wörtchens bedienen, dann ist oft Vorsicht geboten. Sagt er in einem Kündigungsgespräch beispielsweise: „Eigentlich ist der Job doch nichts für Sie“, dann kann man davon ausgehen, dass er keine guten Argumente vorweisen kann und ihm einfach nur die Nase seines Gegenüber nicht passt. Da wird dann auch mal so ein tolles „Freiraumwort“ benutzt.

Eigentlich ist also gar nicht so schwer zu verstehen. Man hält sich einfach was offen oder weiß gewisse Dinge vielleicht wirklich nicht, ist unsicher oder es gibt ein „Aber“ an der Sache. Manchmal bekommt man auf ein „Eigentlich“ die Gegenfrage: „Und uneigentlich?“

Und da ich heute „eigentlich“ auch noch zum Sport gehen wollte, werde ich jetzt mal aufhören. Lasst mich wissen, was Ihr noch so für Erfahrungen mit dem Wort „Eigentlich“ gemacht habt oder was Ihr genau meint, wenn Ihr es verwendet. Es gibt ja „eigentlich“ ganz viele Bedeutungen, oder nicht? ;-)

Eure Katja

Auf der Suche nach dem Sommermärchen

Liebe nities,

neulich sprach mich ein Freund an und meinte, ich solle doch mal etwas über das Sommermärchen schreiben. „Ich habe doch schon über die WM berichtet“, erwiderte ich postwendend etwas pikiert. „Das ist noch keine zwei Wochen her.“

Steffi Jones auf der Frankfurter Fanmeile. Kurz vor Beginn des letzten Spiels der Deutschen Mannschaft.
Das Bild zeigt Steffi Jones auf der Frankfurter Festmeile kurz vor Beginn des letzten Spiels der Deutschen Mannschaft.

Natürlich assoziierte ich mit dem Sommermärchen zuerst einmal und ausschließlich die WM. Diese hatte zu dem Zeitpunkt des Gesprächs noch nicht diesen deprimierenden Verlauf genommen, wie es paar Tage später der Fall war. Es bestand noch Hoffnung auf einen Fußballsommer. Nichtsdestotrotz wollte ich jedoch auch nicht ständig über die WM berichten und erwähnte diesen, meinen Gedankengang, laut vor ihm.
„Wieso?“, unterbrach er. „Ein Sommermärchen ist doch das, was wir draus machen, es muss doch nicht nur Fußball sein.“

Ein Sommermärchen ist das, was wir draus machen …

Das muss man erst mal auf sich wirken lassen.
Was könnte – neben dem Fußball – denn noch damit gemeint sein? Dass man sich verliebt vielleicht? So was würde mir als Nächstes einfallen. Verlieben ist jedoch auch so eine Sache. Für diejenigen, die bereits einen Partner gefunden haben, gäbe es dann ja auch kein Sommermärchen. Was also kann noch zu einem Sommermärchen werden?

Ist es ein Lottogewinn? – Auch zu weit her geholt.
Eine erfolgreiche Teilnahme bei DSDS oder der Gewinn Deutschlands am Grand Prix? – Nee.
Ein toller, unvergesslicher Urlaub? – Nicht jeder hat das Geld.
In Bad Vilbel gibt es ein Stück bei den Schlossfestspielen, dass sich Sommernachtstraum nennt. Kann das mit einem Sommermärchen gemeint sein? Wohl kaum.

Schönes, sommerliches Wetter, grillen mit Freunden, Unternehmungen im Freien, Cocktails im Strandcafé und langes Sitzen abends auf dem Balkon, dazu Rotwein und Kerzenschein. Das wäre auch ein Traum. Aber das Wetter scheint uns für die nächsten Wochen einen Strich durch die Rechnung machen zu wollen. Sollte unser Sommermärchen nun in der Wohnung stattfinden, im Pullover und mit einem heißen Tee? Ich könnte Weihnachtstee kaufen, Plätzchen backen und zu einer Indoorparty einladen. Aber das wäre auch kein Sommermärchen. Denn wenn ich gerade so raus schaue, der Himmel ist dunkel, der Rasen nass, ich muss noch einen Tag arbeiten, dann ist zwar Wochenende, aber derzeit fällt mir partout kein Sommermärchen ein, etwas, was diesen Sommer, zumindest für mich, noch zu einem Traum machen könnte. Vielleicht bin ich zu pessimistisch oder realistisch?

Ich habe mir die Definition von Wikipedia bei meiner Suche nach der Lösung angeschaut:

“Märchen (Diminuitiv zu Mittelhochdeutsch Maere = „Kunde, Bericht, Nachricht“) sind Prosaerzählungen, die von wundersamen Begebenheiten berichten. Märchen zählen zu einer bedeutsamen und sehr alten Textgattung in der mündlichen Überlieferung oder Oralität und treten in allen Kulturkreisen auf. Im Gegensatz zum mündlich überlieferten und anonymen Volksmärchen steht die Form des Kunstmärchens, dessen Autor bekannt ist. Im Unterschied zur Sage und Legende sind Märchen frei erfunden und ihre Handlung ist weder zeitlich noch örtlich festgelegt …“

Da haben wir es: Märchen sind frei erfunden!

Weiter heißt es:
„…Gut und Böse werden im Märchen in der Regel klar getrennt, häufig in Form von guten und bösen Figuren. Inhaltlich steht meist ein Held im Mittelpunkt, der Auseinandersetzungen mit guten und bösen, natürlichen und übernatürlichen Kräften bestehen muss. Oft ist der Held eine vordergründig schwache Figur wie der jüngste Sohn. Am Ende eines Märchens wird das Gute belohnt und das Böse bestraft.“

So haben wir es im wahren Leben ja auch nicht. Da ist leider eher das Gegenteil der Fall, vor allem, was das Gute und das Böse angeht. Märchen können also nicht wahr sein.

Um dennoch nicht all zu pessimistisch abschließen zu wollen, muss ich Euch heute mal um Mithilfe bitten. Ich bin immer noch auf der Suche nach dem Sommermärchen 2011. Was kann das sein, werden oder habt Ihr es bereits gefunden? Schreibt mir!

Eure Katja

„Ich bin doch gar nicht neu in der Stadt“

Liebe nities,

wie und vor allem wann auch immer Ihr new-in-town für Euch entdeckt oder empfohlen bekommen habt, dazu hat jeder seine eigene, ganz individuelle Geschichte. Wie ist Eure eigentlich?

Maria (23) ist eine Zugezogene. Sie ist aufgrund eines Jobwechsels von Bulgarien nach Hamburg gekommen. In der Hansestadt hielt sie sich nach der Arbeit gerne in einem bestimmten Café auf, weil sie sonst niemanden kannte und nicht allein sein wollte. Es dauerte nicht lange, da wurde sie auf Flyer aufmerksam, die im Eingangsbereich herumlagen, auf einen ganz bestimmten. Dieses gelbe Blättchen warb für eine lokale Sport- und Freizeitbörse, auf der man sich erst virtuell, dann reell verabreden konnte und hieß „new-in-town“.
„Zuerst wusste ich gar nicht, was das sein soll, doch ich war neugierig, habe die Web-Adresse mal eingegeben,“ erzählt sie. „Ich habe sofort die Pinnwand gefunden, in das Feld oben „Hamburg“ eingegeben und war total überrascht, was man hier alles machen kann. So habe ich angefangen, einige Leute anzuschreiben, die etwas inseriert hatten und habe mich auch mit einigen davon verabredet. Mittlerweile habe ich einen engen Freundeskreis über new-in-town gefunden.“

Thomas (42) bekam NIT von seinem Freund Michael empfohlen. Thomas lebt schon seit einigen Jahren in Berlin. „Eigentlich mag man denken, man hat in einer GroßStadt kein Problem damit, Bekanntschaften zu knüpfen,“ beginnt er zu erklären, „doch Berlin ist so anonym. Du kannst ja nicht einfach so Leute ansprechen, vor allem Frauen. Die denken dann gleich, du willst sie anmachen und bei Männern …“ er stockt, „das geht gar nicht.“ Durch Michael, seinen ehemaligen Schulfreund, der jetzt in Bayern lebt, wurde Thomas auf NIT aufmerksam. „Ne tolle Sache! Hier geht es jedem ähnlich, man möchte einfach Leute als Sportpartner oder zur Freizeitgestaltung kennenlernen. NIT ist wie eine Stellenbörse, nur bunter und besser und jetzt habe ich auch eine nette Frau darüber kennengelernt“, lächelt er geheimnisvoll.

Claudia (36) trifft sich regelmäßig mit einer englischsprachigen Gruppe von Leuten. Auch sie haben über NIT zueinandergefunden. Sie wurde auf einen Aushang in einem Café auf die Gruppe aufmerksam, welche Rachel, eine aus England stammende Frau, ins Leben gerufen hat. „Einige sind Engländer, Amerikaner und Australier sind auch dabei. Seit einigen Monaten eben auch Deutsche, die ihre Englischkenntnisse verbessern wollen.“ Claudia liebt alles, was mit England zu tun hat, träumt davon, irgendwann mal nach London auszuwandern und fühlt sich in der Gruppe sehr wohl. „Alles über new-in-town“, schwärmt sie. Rachel ergänzt, dass sie damals Heimweh hatte und gerne Leute aus ihrem Land treffen wollte. Sie kannte NIT bereits und hat dort auf der Pinnwand für ihre „English Speakers Group“ geworben. Mittlerweile kann jeder an dem offenen Stammtisch teilnehmen, man spricht jedoch weiterhin englisch.

Sich über die new-in-town Plattform zu verabreden ist ganz einfach. Die Pinnwand bietet mittlerweile sehr viele Städte an, die man eingeben kann und sofort erscheinen Anzeigen zur Freizeitgestaltung dort. Habt Ihr es schon ausprobiert?

So wie einige nities new-in-town ganz neu für sich entdecken, weil die Mitgliederzahl ständig wächst, so gibt es natürlich auch „alte Hasen“, die gerne Neues entdecken.

Was aber auch lustig ist, bei den Treffen über new-in-town stellt man sich immer die gleichen Fragen:

Wie lange lebst du schon hier?
Wie kamst du zu NIT?
Wie viele Leute hast du schon kennengelernt?
Wie alt bist du?
Was machst du beruflich?

Ganz oft bekommt man die gleiche Antwort:
“Ich bin doch gar nicht neu in der Stadt…“

Ja, viele User sind alte Hasen und gar nicht mehr so neu. Aber es freut uns natürlich, dass auch weniger Neue uns die Treue halten. Vielleicht ist es an der Zeit, die Seite mal umzubenennen? ;-)

Eure Katja

Die einen feiern, die anderen streiten

… am Beispiel des Friedberger Markts in Frankfurt

Gude nities,

im Frankfurter Stadtteil Nordend feiern bunt gemischt Banker, Manager, Art Direktoren, Yuppies (oder solche, die sich dafür halten), Studenten sowie junge Familien jeden Freitag eine besondere Party. Auch nities verabreden sich dazu gerne über die Pinnwand. Gefeiert wird im Freien und inoffiziell, aber legal. Jeder in der Mainmetropole Lebende weiß spätestens jetzt, was gemeint ist:

Der Friedberger Markt.

Zuerst wurde das bunte Treiben geduldet, später von Anwohnerseite her – zurecht –bekämpft. Doch jetzt ist Schluss, eine Veränderung wird stattfinden: Der berühmte Friedberger Markt wird nach vielen Diskussionen zukünftig mittwochs anstelle freitags stattfinden, wie die Frankfurter Neue Presse in der Wochenendausgabe vom 14./15. Mai 2011 schreibt:

http://www.fnp.de/fnp/region/lokales/frankfurt/friedberger-platz-markt-ab-juni-immer-mittwochs_rmn01.c.8906108.de.html

Bereits wenige Tage nach Bekanntgabe dieser Entscheidung begannen die ersten Proteste. Auch darüber berichtete die Zeitung: http://www.fnp.de/fnp/region/lokales/frankfurt/friedberger-platz-ortsbeirat-will-am-freitagstermin-festhalten_rmn01.c.8916234.de.html

Dort, wo die Günthersburgallee auf die Bornheimer Landstraße trifft, befindet sich der Friedberger Platz. Vor Jahren begann sich hier, nach dem offiziellen Ende des Wochenmarktes, die sogenannte Szene zu treffen. Auf angrenzender Grünanlage werden Picknickdecken ausgebreitet, literweise Bier angeschleppt, Spiele gespielt und mitunter auch musiziert. Bei sommerlichen Temperaturen kann schon mal das Gefühl von südländischem Flair aufkommen. Hier freut man sich des Lebens. Längst erreichte der Friedberger Markt überregionalen Bekanntheitsgrad. Doch mit der Beliebtheit wächst der Ärger.
Die Anwohner kämpfen schon seit Jahren gegen Lärmbelästigung, liegen gelassene Abfallberge und das ungenierte Urinieren Besoffener. Wer viel Flüssigkeit in sich hinein kippt, muss diese irgendwann auch wieder raus lassen. Trotz zusätzlich von der Stadt aufgestellte DIXI-Toiletten wird einfach irgendwohin gepinkelt, wie freilaufende Hunde es tun, beklagen sich die Anwohner.

So hat sich vor einiger Zeit, als die Situation bereits zu eskalieren drohte, die Initiative „Retter vom Markt“ gebildet. Die Helfer verteilten unter anderem Mülltüten, doch die Abfallberge stiegen weiter. Den Partywilligen scheint es egal zu sein, wie sie ihren Platz verlassen. In Kinos, auf Rastplätzen auf der Autobahn, an Grillplätzen und sonst wo findet man oft ähnliche Bilder vor: Müll.

Doch nicht nur auf offener Straße: Selbst in Sterne-Hotels und scheinbar gediegenen Bürogebäuden scheint es den Gästen und Mitarbeitern nicht selten vollkommen egal zu sein, wer ihren Dreck wegmacht. Übervolle Spülbecken, verschütteter und nicht weggewischter Kaffee, schmutzig hinterlassene Toiletten, zurückgelassene halb volle Kaffeetassen und verschimmelte Essensreste am Arbeitsplatz …
Ich frage mich wirklich, wie manche Menschen ticken!

Für den Friedberger Markt bedeutet das, die Partyszene wird sich möglicherweise nicht mehr so zulaufen lassen können, da die meisten Besucher donnerstags wieder fit auf der Matte stehen und arbeiten müssen. Die Party wird also hoffentlich nicht mehr bis in die Morgenstunden gehen und Anwohner ihre Nachtruhe bekommen.
Der Frankfurter Stadtrat Volker Stein (FDP) will die Entwicklung dennoch weiter verfolgen und gegebenenfalls die Grünanlage so bepflanzen lassen, dass keine Partys mehr stattfinden können. Wenn sich die Gäste nicht angemessen verhalten, so muss man eben drastisch vorgehen. Ich kann nur immer wieder mit dem Kopf schütteln, wie rücksichtslos sich manche Leute verhalten. Was meint Ihr denn dazu?

Eure Katja