Archiv von November, 2010

Die new-in-town Soap Opera

Hallöchen nities,

vielen Dank, dass ihr euch so zahlreich mit Kommentaren am letzten Blog beteiligt habt. Wie gesagt, es folgt bald auch noch ein zweiter Teil. Ihr könnt auch gerne selber ein Thema vorschlagen, über das wir gemeinsam diskutieren. Durch eure Beteiligung habe ich richtig viel Lust drauf bekommen und schließlich geht es ja um uns und unsere (!) Themen und Erlebnisse bei new-in-town.

Heute geht es aber mal um ein ganz banales Thema, die Körperpflege der oberen Extremitäten.

Ich weiß, ich weiß, das ist jetzt nicht unbedingt ein NIT-Thema, werden einige zu Recht einwerfen. Dennoch habe ich mich schon gewundert, als ich neulich so viel über diese Angelegenheit gelesen habe. Auch durch das Radio verbreiteten sich die Erkenntnisse wie die Problematik selbst: Viren!

Dass sich diverse Gesundheits- und Ernährungstipps ständig widersprechen, daran haben wir uns ja schon gewöhnt, doch jetzt machen wir anscheinend sogar schon beim Händewaschen diverse Fehler. Zeit also für ein „Update in Sachen Händewaschen“.

Laut eines Berichtes der ANTENNE BAYERN über das Reinigen der Hände gibt es aufgrund einiger Untersuchungen der Uni Regensburg diverse Neuigkeiten:

Waschen ohne Seife bringe gar nichts. Soweit noch verständlich, wenn man Viren mit sich trägt, mutmaße ich. Diese Mikro-Viecher sollen ja nicht gebadet werden, sondern sterben! Ertrinken können sie leider nicht, also muss man mit was Hartem ran.

Außerdem sollte die Seife eher flüssig sein, lautet ein weiterer Punkt. Gerade in öffentlichen Örtlichkeiten würden sich die Bakterien nämlich auf der Seife tummeln. Ich frage mich zwar, ob den mikrokleinen Organismen Seife schmeckt, denn ob flüssig oder fest, inhalts- und bestandsmäßig bleibt’s doch das Gleiche? Na ja, schenken wir der Studie mal Glauben, ist fluide Seife also besser! Irgendwo wird es wohl auch gut untersucht und begründet worden sein.
Wichtig auch, dass ihr euch die Hände – jetzt kommt’s – etwa 30 Sekunden (!) lang wascht. Das sei die optimale Zeit, Bakterien zu 99,9% zu beseitigen.

Also noch mal zusammengefasst: Flüssige Seife benutzen und ca. 30 Sekunden waschen. Und 30 Sekunden können ganz schön lange sein. Entweder mal mit der Uhr stoppen oder bis 30 zählen oder die erste Strophe mit Refrain von „Oh Tannenbaum“ dabei singen und so schon mal auf Weihnachten einstimmen. Also nicht 3 Sekunden oder 13 Sekunden waschen, weil dann die kleinen Bakterien noch nicht weg sind, sondern ganze 30 Sekunden und plötzlich wird die Zeit relativ!  ;-)

Ein kleiner Einspruch meinerseits sei vielleicht noch einmal erlaubt? Macht man sich damit nicht die natürliche Schutzschicht der Haut kaputt? Man soll sich eine halbe Minute die Hände einseifen? Also ich habe ohnehin schnell trockene Pfötchen, wenn ich sie mir zu oft reinige. Schon alleine Geschirrspülen ist ein Anti-Vergnügen für meine Hände. Von wegen „…Sie baden gerade Ihre Hände drin“, womit die Werbung uns weismachen will, dass Geschirrspülmittel das beste Handpflegemittelchen sei. Im Anschluss ans Geschirrspülen muss ich eine halbe Tube Handcreme draufschmieren. Wenn ich mir weiter vorstelle, dass nun jeder Klobenutzer der öffentlichen WCs sich eine halbe Minute die Hände wäscht, dann wird doch das Örtchen bald wegen Überfüllung schließen müssen? Gerade auf Damen-WCs! Die Hälfte der Leser weiß vielleicht, wie viel Zeit Frauen auch so schon auf der Toilette bzw. vor dem Spiegel in angrenzender Räumlichkeit verbringen können. Das kann ja lustig werden! Ich sehe schon die lange Schlange vor dem Waschbecken vor mir.
Aber die Forschung sagt, man sollte es so machen.

Laut Analyse soll die Wassertemperatur aber egal sein. Ich habe mich zwar nicht an der Studie beteiligt, weiß jedoch aus eigener Erfahrung, dass die Seife sich mit warmem Wasser besser abwaschen lässt und ich mit kaltem Wasser länger dafür brauche. Ist es nicht so?

Was wir ja schon wissen und nichts Neues ist: Bakterien werden auch beim Händeschütteln übertragen. Wenn wir uns zum Beispiel in die Hand niesen und einem Mitmenschen die Seine schütteln, dann hat dieser und selbst eine dritte, vierte Person fast die gleiche Anzahl Bakterien in der Hand. Also Vorsicht! Die Dinger multiplizieren sich schnell.

Folglich mein Tipp, gerade jetzt wieder, in der kalten, virenträchtigen Jahreszeit: Auf den Boden niesen, öfters mal die Hände waschen (und denkt dran: 30 Sekunden und mit Flüssigseife). Auf dass wir die fiesen Bazillen ausrotten!

Neu ist mir hingegen, dass laut Artikel die Virenübertragung durch Türklinken – also wahrscheinlich auch eurer PC-Maus – gering sei. Na ja, wenigstens eine gute Nachricht. Also dann:
Alles Gute!  Kommt gut durch den Winter!
;-)

Eure Katja

Verabredungen einhalten – Von Lust und Frust einer Organisatorin (Teil 1)

Hallo nities,

wenn man die „Qual der Wahl“ bei der Freundschaftssuche hinter sich gebracht, sich also für ein oder mehrere Angebote der Pinnwandanzeigen entschieden hat, dann möchte man den anderen irgendwann auch mal persönlich kennen lernen. Zumindest ist dies das Ziel. Wohl nicht immer und nicht für jeden? Auch davon kann ich ein Liedchen singen:

Katja, wann organisierst du denn mal wieder was?“, werde ich oft gefragt.
Hin und wieder organisiere ich nämlich diverse Treffs zum Brunch, in den Biergarten oder um gemeinsam Märkte zu besuchen. Solche Dinge eben. Meist gibt es einen festen Kreis und ich lade zwei, drei neue Leute dazu ein. So haben meine nitie-Freunde und ich die Möglichkeit, die bestehenden Freundschaften zu pflegen und geben anderen die Möglichkeit, mitzumachen.
Das Prinzip ist einfach und so entstehen jedes Mal neue Freundschaften. Natürlich freue ich mich, wenn die Resonanz groß ist und ich immer wieder danach gefragt werde. Nur warum stellen die andern nicht selber mal was auf die Beine, wundere ich mich so manches Mal? Warum soll immer ich aktiv werden?

Es ist doch nicht so schwer: Einfach alle Bekannten anfragen, mit denen man gerne mal wieder irgendwas unternehmen möchte, dann noch einen Pinnwandeintrag aufgeben und schauen, ob es zwischen den Leuten „passt“ (mit der Sympathie). Man sollte ein bisschen drauf achten, dass der Kreis nicht zu groß wird, denn dann wird es schnell unübersichtlich und es bilden sich „Untergrüppchen“. Nun nur noch einen Tisch reservieren und fertig. Klingt so einfach.
Denkste!

“Oh, ich weiß noch nicht? Plane mich mal so fifty/fifty  ein“, kommt von einer Seite. „Kann ich dir auch unverbindlich zusagen?“, fragt ein anderer.
„Ich weiß noch nicht, ob ich nicht arbeiten muss.“
„Wenn ich schon wach bin, dann komme ich gerne.“
“Kann ich auch nachkommen?“
“Vielleicht kommt meine Freundin noch mit.“

Oh nein, denke ich, leise mit den Zähnen knirschend. Das geht ja gut los!  Ich ahne bereits, was da wieder auf mich zukommt. Trotzdem nehme ich das alles immer wieder gerne auf mich.
Okay, denke ich und schätze wage ab. Doch wie viele neue Leute kann ich jetzt einladen, wenn die „alten“ Freunde noch nicht mal sicher zusagen? Klar, ich könnte die vagen Zu- oder Absagen ganz aussortieren. Doch das sind Freunde, die ich eben gerne dabei haben möchte. Ich mag denen ja auch keinen „Freizeitstress“ machen und permanent zu einer festen Aussage drängen. Außerdem ist kaum einer dabei, der wirklich zu 100% fest zusagen kann. Am Ende würde vielleicht niemand kommen.

Habe ich irgendwann doch endlich einen groben Blick über die Anzahl der Teilnehmer, rufe ich bei einem ausgewählten Café meines Vertrauens an. Diesmal wähle ich einen gastronomischen Betrieb, der gemütlich und heimisch klingt und wo wir noch nie gewesen sind – „Home“ heißt dieser – und befindet in der Nähe des Hauptbahnhofes meiner Stadt. Man muss auch mal was Neues ausprobieren, denke ich. Ohne Probleme klappt es mit der Gruppenreservierung. Ich freue mich. Das ist nämlich nicht immer selbstverständlich:
“Für eine so große Gruppe ist das sonntags schwierig“, machten mir diverse Wirte am Telefon in der Vergangenheit bereits klar.
“Sie müssten uns bitte am Wochenende schon die genaue Anzahl der Gäste nennen.“
“Für 11 Uhr reservieren wir am Wochenende eigentlich nichts, nur um 10 Uhr.“
“Gut, dann reserviere ich Ihnen trotzdem einen Tisch für 11 Uhr. Wenn Ihre Freunde aber nicht bis zwanzig nach 11 Uhr da sind, dann müssten wir die Plätze leider für unsere anderen Gäste freigeben. Sonst machen wir Verluste. Das verstehen Sie doch bestimmt?“

Na ja, jetzt hat es ja auf Anhieb mit der Reservierung geklappt. Ich habe den Tisch bestellt und freue mich auf den bevorstehenden Brunch. Doch da gehen – „oh Freude“ – am späten Samstagabend die ersten Anrufe oder E-Mails ein:
„Sorry, ich bin krank geworden!“
„Ich muss nun doch arbeiten.“
„Ich bekomme überraschend Besuch.“
„Super“, denke ich zunehmend genervter. Man muss jedoch mit allem rechnen und so lade ich, routiniert wie ich mittlerweile im Organisieren bin, ohnehin meist ein paar Leute mehr ein.

Meiner Erfahrung nach scheint es aber auch noch eine weitere Gruppe von Leute zu geben. Ich muss zuvor erwähnen, dass sie zum Glück nur einen kleinen Anteil ausmachen, aber es gibt sie. Ich nenne sie mal „die Unsichtbaren“. Was ist das schon wieder?

So definiere ich User, die sich nie zeigen:
Ja, tatsächlich! Man wird von gewissen Leuten angeschrieben – meine Freunde kennen genau diese Nicknamen nämlich auch – die nur „schreiben“, sogar überdurchschnittlich oft und viel, sich aber nie „zeigen“. Wird ein Treffpunkt ausgemacht, so erscheinen sie nicht, nie! Da ich meinen Vorurteilen jedoch keine Chance geben wollte, habe ich doch noch einmal einen davon zum Brunch eingeladen. Schließlich hatten wir einen regen Schriftwechsel. Doch er kam natürlich nicht. Zumindest nicht zu uns: Später nämlich erhielt ich eine Nachricht über NIT, er hätte an einem Nebentisch gesessen, da er sich nicht sicher war, welcher Tisch der unsere sei?

Was sagt man denn dazu?
Da fragt man doch eben mal beim Kellner nach, bzw. schaut sich im Café um! Welche Leute spreche ich an? Das Pärchen mit Kind, die fünf Frauen am runden Tisch in der Ecke, die 4 Studenten, die sich um einen Laptop versammelt haben, die rüstigen Rentner an Ecktisch oder den großen, gemischten Tisch von Leuten im Alter zwischen Dreißig und Vierzig, die sich alle miteinander unterhalten und gegenseitig vorstellen? Also da denke ich mir doch, einige User wollen sich nicht zeigen? Kennt ihr das auch?

Dann gibt es noch das:
Da sich auf eine Anzeige auf der Pinnwand mitunter viel mehr Interessenten melden, als ein Tisch Gäste fassen kann, muss ich zwangsläufig einigen absagen oder sie auf ein anderes Mal vertrösten. Natürlich wähle ich auch aus, wem ich zu- und absage. Ist doch klar! Der eine oder andere schreibt einfach sympathisch und andere wiederum scheinen von vornherein auf Konfrontation aus zu sein. So bat ich jüngst eine solche Userin, doch etwas über sich zu erzählen, Alter, Interessen und fragte im Plauderton, ob sie in der Nähe wohnte. Zurück kam eine wirklich unglaubliche Antwort, ob ich denn immer alles wissen müsse oder ob ich sie als eine „alte Kuh“ nicht dabei haben wolle?! Ich war wie perplex. Im ersten Moment überlegt man sich schon, ob man vielleicht selber was falsch gemacht haben könnte, dass man so eine Antwort bekommt. Ich las mir meine an sie gerichtete Nachricht noch mal durch. Doch ich konnte nichts Negatives oder eine Unfreundlichkeit feststellen. Andere Mitglieder hatten doch auch kein Problem mit der Frage. Die Frau war auch nicht älter als andere und ich hätte sie gerne eingeladen. Irgendwie war ich wie vor den Kopf gestoßen.
Manchmal bin ich wirklich froh, dass ich ein, zwei unverbindliche Mails mit den nities austausche, bevor ich sie einlade. Hat sich bewährt! Bin ich die Einzige oder habt ihr auch Leute dabei, die sich beim ersten Kontakt so verhalten?

Zurück zur Planung:
Genauso doof ist es, wenn jemand einfach unangemeldet ein, zwei Freunde oder Freundinnen mitbringt. Kommt leider auch vor. Nicht jeder hat ein Gefühl für die Schwierigkeiten eines Organisators und weist mich dann noch „freundlich“ drauf hin, dass ich mich doch nicht so anstellen solle (…dass meine „guten alten Freunde“ am Nebentisch sitzen oder gar keinen Platz mehr bekommen, das interessiert sie scheinbar auch nicht.) Ehrlich, dann vergeht auch einem aktiven „Freundschaftsvermittler“ bald die Lust zum Organisieren. Manchmal kann ich verstehen, warum niemand selber was auf die Beine stellen mag und mich stetig fragt: „Katja, wann organisierst du denn mal wieder was?“

Eure Katja

PS: Ich werde euch irgendwann, in einem zweiten Teil, vom Frühstück selber berichten.   :-)

Die Qual der Wahl – bei der Freundschaftssuche

Liebe nities,

ihr habt die Möglichkeit, den nachfolgenden Artikel zu lesen oder eben nicht.
Das sind zwei Möglichkeiten: Ja oder Nein.
Einige werden sagen: „Wieso? Es gibt doch auch noch eine dritte Möglichkeit. Ich kann den Text anlesen, muss nicht alles lesen.“ – Richtig, aber da haben wir es schon. Wir haben die Wahl, noch eine. Die Möglichkeit, nachfolgenden Text zu lesen oder nicht, das ist noch eine verhältnismäßig leichte Entscheidung, die ihr fällen müsst oder könnt. Doch den ganzen Tag über geht es so weiter. Wir müssen stetig irgendwelche Entscheidungen treffen und dafür gibt es nicht nur ein „Ja oder ein Nein“.

In Bezug auf new-in-town begegnet einem die Qual der Wahl schon beim Aufspüren potentieller neuer Freunde. Es scheint ein zu großes, ein unüberschaubares Angebot an Usern zu herrschen, die man kontaktieren kann. Doch welchen User schreibe ich überhaupt erst einmal an? Mit wem verabrede ich mich und wie muss diese Person „gestrickt“ sein? Schreibe ich letztlich überhaupt jemanden an oder lasse ich es ganz bleiben? Schnell fühlen wir uns durch die Masse an Möglichkeiten überfordert.

Letzte Woche berichtete der „Spiegel“ (Ausgabe 45/2010) in seiner Titelgeschichte „Eine/r für alles – Warum Männer/Frauen immer noch zu viel von Frauen/Männern erwarten“ über ein solches Thema. Genauer geht es um das Überangebot an Möglichkeiten bei der Partnersuche im Internet. Damit ihr die 11 Seiten nicht alle lesen müsst, fasse ich sie für euch zusammen und weite das Thema auf die „allgemeine Freundschaftssuche“ aus.

Der „Terror der Möglichkeiten“, wird der Zustand in dem wir leben, in dem Artikel mehrmals genannt. Eingeleitet wird der Bericht mit einem Beispiel, das mir persönlich besonders gut gefällt und eine Brücke zu meinem Blog der letzten Woche baut, die Rechtschreibung:

Ein Rechtsanwalt, natürlich gut verdienend, blond, schlank, hoch gewachsen, 36 Jahre alt und Single überlegt, ob er nicht mal die Rezeptionistin seiner Kanzlei ansprechen sollte. Sie sieht hübsch aus und lächelt ihm immer so freundlich zu. Wirklich, die Dame interessiert ihn. Doch irgendwann einmal überreicht sie ihm einen Zettel mit einer Notiz, auf dem sich ein – für ihn – gravierender Rechtschreibfehler befindet. So zweifelt der gute Mann, ob er überhaupt mit einer Frau zusammen sein könnte, die eine „Rechtschreibschwäche“ hat. So was geht gar nicht für ihn. Doch verpasst er durch sein schnelles Urteil nicht vielleicht die Chance, eine ganz tolle Frau kennen zu lernen? Hat er nicht auch Schwächen? Vielleicht kann sie gut kochen, hat Charme und Humor, kann sein Leben durch viele Dinge bereichern? Doch er schaut nur auf einen fehlenden Buchstaben.
Wir schauen nicht mehr richtig hin, wollen unser Gegenüber gar nicht erst näher kennen lernen, denn das kostet ja Zeit. Wir nehmen uns jedoch keine Zeit mehr. Zack, der erste Eindruck wurde gefällt und ist oftmals ausschlaggebend für unser weiteres Vorgehen. Doch dieser ist nicht immer richtig!

Mit wem möchte ich Kontakt aufnehmen und wen würde ich gerne treffen? Zu oft werden Erwartungen gestellt, die nicht erfüllt werden – meist nie erfüllt werden können? Der „Freund“ sollte so viele Ansprüche erfüllen. Wenn er das nicht kann, dann sucht man eben weiter. Die Auswahl ist ja groß.
Doch was kann man selber bieten? Ist man selber auch so perfekt, wie man es von anderen erwartet?
Unter „perfekt“ sollte man aber nicht verstehen, dass jemand eine 1A-Ausbildung vorweisen kann, beliebt in seinem – selbstverständlich – riesigen Freundeskreis ist, viel Geld verdient, sich geschichtlich sowie politisch bestens auskennt und überall mitreden kann. Nein, ich rede von menschlichen Kompetenzen, den „Beziehungskompetenzen“, wie die Psychologen es heute nennen.

Wer kann zuhören, wer ist für einen da, fügt sich auch mal anderen und toleriert Andersartigkeiten? Geredet wird viel über das Thema, doch eingehalten wird es in der Praxis selten. Viele wollen es auch nicht. Warum auch? Es gibt doch andere Möglichkeiten, viel Auswahl. Warum sollte man sich anpassen, verstellen oder die Schwächen anderer tolerieren? Dass man selber auch nicht perfekt ist, das wollen wir oftmals nicht hören. Geprägt von psychologischen Tipps wie „Sei du selber“ führen wir innerlich einen stillen Kampf: „Ich soll doch immer ich selber sein, also verstelle ich mich nicht.“ Nein, andere Menschen und ihre Individualität zu tolerieren und zu akzeptieren bedeutet doch nicht, sich selber zu verstecken oder umzustellen.

Ein „Terror der Möglichkeiten“, Tag für Tag. Ich möchte so, ich sollte aber so. Ich könnte dies, aber ich könnte auch jenes. Sollte ich rechts abbiegen, links oder geradeaus weiter laufen? Nena beschrieb diese Dinge Anfang der 90er Jahre in einer Liedstrophe des gleichnamigen Songs so: „Es gibt so viele Möglichkeiten, wofür soll ich mich entscheiden? Für das eine oder andere. Ich kann lieb sein oder streiten. Wenn ich gar nicht mehr weiß was ich will, dann verlass ich mich auf mein Gefühl…“
Doch gerade durch das Internet und der damit verbundenen eher unpersönlichen Kontaktaufnahme geht das typische „Bauchgefühl“ schnell verloren.
Außerdem mögen wir doch Abwechslung, das Auf und Ab im Leben. Nur keine Pausen machen und bloß nicht auf der Stelle treten. Vielleicht gibt es deswegen einige User, die auch nach Jahren keinen festen Freundeskreis gefunden haben? Bei den meisten nities ist es ja so, dass sie sich nach einiger Zeit in einer festen „Clique“ integriert haben. Die Internetaktivitäten in Bezug auf Freundschafts- oder Partnersuche werden also eingeschränkt oder gelegentlich – vielleicht sogar als Paar – nur noch erweitert.
Doch einige suchen und suchen und suchen. Möchten sie keine festen Bindungen eingehen oder ist diese Art des „Hijackings“ eine Möglichkeit, Kompromissen davon zu laufen? Das Internet wird als „All you can eat Buffet“ beschrieben. Man kann sich nehmen, was man will und soviel man will. Doch ob man mit der endlosen Suche zufrieden ist?

Kann man jemals finden, was man sucht? Haben wir das Gefühl für langjährige Freundschaften und Beziehungen verlernt? Klicken wir bei der ersten Meinungsverschiedenheit oder einem Streit gleich das nächstbeste Profil an oder können wir mit unseren Freunden oder dem Partner auch mal so richtig streiten, um uns dann wieder zu vertragen? Wie viel und was wird in Freundschaften und Beziehungen investiert? Was können wir selber dazu beitragen?

Doch der Artikel im „Spiegel“ verurteilt nicht, was das Thema Liebe, Partnerschaften und Ehen angeht. Er spricht von einem veränderten Verhalten in der heutigen, sich ständig verändernden Zeit. Frauen sind emanzipierter und unabhängiger, als noch vor einigen Jahren. Wurden früher Ehen für die Ewigkeit geschlossen, gibt es heute „Lebensabschnittsgefährten“. Man sollte sich einfach nur bewusst machen, dass die Zeiten sich ändern, die Liebe evtl. nur eine begrenzte Zeit dauert. Dann sollte es aber hoffentlich eine gute Zeit gewesen sein.

Und wie „backt“ man sich nun eine gute Freundschaft:
Ich denke, Kompromisse und Toleranz, so lauten die Hauptzutaten. Dazu kommt ein Schuss Handlungsbereitschaft, eine Messerspitze Neugier und eine Prise Offenheit. Quirlt man das alles zusammen, hat man den Nährboden einer erfüllten Freundschaft.

Eure Katja

Deutsche Sprache – schwere Sprache (…manchmal auch für eine nativ speaker Bloggerin) ;-)

Liebe nities,

heute möchte ich gerne die Reform der deutschen Rechtschreibung ein wenig auf die Schippe nehmen. Da ich noch mit der alten Rechtschreibung aufgewachsen bin, ist diese mir selbstverständlich viel vertrauter und sympathischer.

Da ich aber hoffentlich noch lernfähig bin, will ich versuchen (!), mich – auch speziell für Akademiker – in Zukunft grammatikalisch ein wenig korrekter auszudrücken. Jedoch bin ich auch ein phantasievoller Mensch und in vielerlei Hinsicht trifft der Ausdruck „leicht chaotischer Künstlertyp“ auf mich zu. Ich lasse schon mal gerne „die Fünf gerade“ sein.

Wie bereits gesagt, die Reform der deutschen Rechtschreibung ist heute das Thema…
Oft sitze ich versunken vor meinem Blog und frage mich wie ganz banale Wörter nun eigentlich geschrieben werden. Auf einmal fallen mir so viele Möglichkeiten ein. Man kann das Wort ja nun so schreiben oder so. Man kann es groß schreiben oder klein. Auch zusammen und getrennt geht laut meinem Duden. Oder Stopp, habe ich mit meiner Ausgabe des dicken, gelben Werkes vielleicht nicht die allerneuste Ausgabe? Vielleicht ist seit dem Kauf im letzten Jahr wieder etwas reformiert worden?
Ich schreibe gerne! Schreiben macht Spaß, Schreiben informiert, Schreiben ist Kommunikation. Wenn ich also schreibe, dann kommen mir die Ideen schneller als ich tippen kann. (Deswegen rede ich wohl auch viel zu schnell, aber das ist ein anderes Thema, vielleicht was „typisch“ frauliches? ;-) ) Somit geht es mir um die Idee, den Inhalt. Schöner wäre es natürlich, wenn die Leser auch verstehen, was ich schreibe. Aber ich denke, das kann man, oder? Ebenso wäre es besser, wenn ich als Vorbild diente, nämlich mich grammatikalisch total korrekt ausdrücken würde. Oftmals wird in der Konversation – mündlich sowie schriftlich und gerade in Blogs, die „locker vom Hocker“ daher geplaudert klingen sollen – jedoch auch unverkennbar die Umgangssprache benutzt. Bewusst werden neue Wörter erfunden und etwas „komisch Klingendes“ von irgendwas abgeleitet. Ich hoffe, die Akademiker und Deutschlehrer unter euch haben damit kein Problem? ;-)

Weiter geht’s mit der Grammatik:

„Partizip, Genitiv, Präteritum, Kausativsätze, Konjugation, Präfix, Suffix…“, kann man das essen? Nein, das sind grammatikalische Begriffe, deren Bedeutung ich sogar meist noch erklären kann. Dennoch: Oh man, lang, lang ist’s her!

Aber es geht uns Deutschen nicht alleine so. Schauen wir mal kurz in das Ausland:
Habt ihr vielleicht erst kürzlich die Meldung über den US-Schriftsteller Jonathan Franzen gelesen, von dessen Buch ‘Freedom’ zehntausende in Großbritannien erschienene Exemplare zurückgerufen werden mussten? Warum? Wegen Fehler in der Rechtschreibung und Zeichensetzung! Zehntausende von Büchern…
Beruhigend und irgendwie sympathisch zu hören, dass es bei einem Bestsellerautor auch ein wenig mit der Rechtschreibung hapert. ;-)

Das ist aber keine Entschuldigung, ich weiß! Ich will mich auch gar nicht rausreden für das, was mich persönlich nach der Schulzeit verlassen hat.

„Aber es gibt doch Lektoren“, werden einige von Euch nun zurecht einwerfen. Natürlich gibt es diese, aber ganz ehrlich, meine Erfahrungen mit Lektoren sind so gut auch nicht. Ich habe in zwei unterschiedlichen Verlagen, die Lektoren beschäftigen, zwei komplett verschiedene Bücher verlegt bekommen. Nach einer kurzen Überprüfung von deren Aufgabe war ich froh, dass ich Familienmitglieder habe, die damals noch mal alles durchgeschaut hatten! Das war auch notwendig und zwar „nach“ der Arbeit eines professionellen Lektors.

Man selber ist ja regelrecht blind für die eigene Rechtschreibung: Mir und mich, die Groß- und Kleinschreibung, zusammen oder getrennt… Dazu dann all die Fremdwörter. Deutsche Sprache – schwere Sprache. Puh!

Ganz ehrlich, seit der Rechtschreibreform fühle ich mich wie vorm Turm in Babylon stehend. Ich spreche zwar nicht plötzlich eine ganz andere Sprache, habe mittlerweile jedoch meine Sicherheit für meine Muttersprache ein wenig verloren.
Geht es euch auch so?

Ich habe eine gute Freundin, deren Mails oft grammatikalisch und von der Rechtschreibung her so chaotisch sind, dass ich wirklich nicht immer verstehe, was sie meint. Sie ist auch nativ speaker, benutzt jedoch auch gerne mal Umgangssprachliches. Manchmal lag mir dazu auch schon eine Bemerkung auf der Zunge. „Mensch, sieht sie das denn nicht“, denke ich dabei oft. Man sieht es nur bei anderen, lautet meine Erkenntnis. Aber in Anbetracht dessen, dass viele Menschen einfach „so nebenher“ mal eine E-Mail oder SMS schreiben, kann man schon verstehen, dass sich manchmal etwas Komisches entwickelt. Die Funktion T9 bei den Handys z.B. brachte bei mir mitunter schon ganz neue Sätze hervor. Die Technik denkt eben nicht mit. Denken müssen wir selber.

Zurück zu den Blogs: Liebe nities, da schreibe ich in meinem Blog „Du hast 0 neue Nachrichten“ als eventuellen Grund eines Kontaktabbruchs könnte die Rechtschreibung in Frage kommen. Damit ist nicht gemeint, dass man ab und an mal ein Fehlerchen macht. Niemand soll jetzt Angst haben, jemandem zu schreiben! Gerade „nities“ sind ja nicht immer aus Deutschland, sind zugezogen! Wenn ihr freundlich schreibt, dann kann niemand etwas sagen. NIT ist doch eine Plattform für Leute, die neu in der Stadt sind, mitunter auch neu in Deutschland. Es kann immer mal vorkommen, dass ein schlauer Deutschlehrer unter uns weilt, der von seinem Job auch in der Freizeit nicht ablassen kann. Erfahrungsgemäß nehmen es manche Anwälte (ich hänge gleich die Entschuldigung dran, dass ich nicht generell alle meine, aber eben Erfahrung gesammelt habe) auch gerne sehr genau. Sei’s drum! Dann suchen diese sich Ihresgleichen und die anderen nities sich eben ihre Freunde.

Was mich angeht, ich bin keine Studierte, ich versuche „normal“ zu schreiben. So, dass es jeder versteht, so wie es mir einfällt und so wie es zu mir passt. Drum schreibe ich ja Freizeitthemen und Freizeitromane, anstelle von Fachliteratur. Nehmt es mir nicht übel, okay. ;-)

Und da jeder Blog mit einer Frage oder der Aufforderung zum Kommentieren enden soll, bitte ich euch um eure Erfahrungen mit nities (nicht mit der Bloggerin! ;-) ) zum Thema Rechtschreibung. Ist es ganz schlimm oder könnt ihr damit leben? Seid ihr selber eher ein Künstlertyp oder jemand, der akribisch nach Fehlern anderer sucht?

Eure Katja