“Tatort” Internet
Liebe nities,
„Keine neue Nachricht“ zu haben, womit sich meine Gedanken im Blog der letzten Woche beschäftigten, ist schon irgendwie deprimierend. Einige User versuchen deshalb einem leeren Briefkasten und der damit verbundenen gefühlsmäßigen gähnenden Langeweile entgegenzuwirken, indem sie auf Internetseiten wie beispielsweise Facebook so viele „Freunde“ wie möglich „sammeln“. Wer viele Freunde hat, den kennt man, der wirkt interessant, dem wird geschrieben. So wird oftmals sogar wahllos jeder noch so fremde Kontaktwunsch bestätigt ohne überhaupt zu wissen, wer diese Person, der „Freund“, überhaupt ist. Ist man erst einmal miteinander vernetzt, lassen sich noch mehr Infos über einen ersehen. Mehr als oftmals gut ist.
Neu ist das Thema „Kriminalität im Internet“ nicht, ich weiß, aber von Zeit zu Zeit müssen wir uns einfach auch mal wieder damit beschäftigen.
Es ist ja alles schön und gut mit den vielen Kontaktbörsen. Man meldet sich irgendwo auf einer der vielen Internetseiten an, weil man neue Leute kennen lernen möchte. Sei es nun, dass man verschollene Schulfreunde aufspüren oder ganz neue Kontakte in seiner Umgebung knüpfen möchte. Es gibt viele Möglichkeiten und Foren zu bestimmten Themen.
Was ist aber, wenn es User gibt, die sich nicht mit der allerbesten Absicht in diesen Foren tummeln? Davon gibt es sogar nicht gerade wenige! Dem suchenden Täter werden potentielle Opfer im Internet wie auf einem Silbertablett serviert.
Aktuell berichten die Medien über den Mord an der 23-Jährigen Melanie aus Peine. Sie hatte ihren Mörder, einen 27-Jährigen, auch im Internet kennen gelernt. Der junge Mann gab sich als Frau aus und hatte eine Freundin gesucht.
Wie viele Menschen stellen ohne groß drüber nachzudenken persönliche Angaben für jedermann zugänglich ins Netz?
„Wer soll sich schon gerade für mich interessieren?“ „Bei mir gibt es eh nichts zu holen.“ „Ich bin doch vollkommen uninteressant.“ So lauten die Argumente, mit denen wir uns selber bei aufkommenden Fragen diesbezüglich besänftigen. Doch das interessiert den „netten Nachbarn von nebenan“ nicht. Auch und gerade so genannte „Normalos“ sind leichte Beute für Kriminelle, denen es nicht mal unbedingt um Reichtümer geht. Nicht selten suchen und finden Voyeure und Pädophile ihre Beute im Netz. Ausgerechnet denen wird es oftmals sogar recht leicht gemacht: private Fotos, Angaben zur Person, dem Beziehungsstatus und der kompletten Adresse mit Telefonnummer, Meinungen zu bestimmten Themen, Urlaubsankündigungen und die Teilnahme an bestimmten Events werden öffentlich gepostet.
Vor wenigen Wochen erst, machte die Meldung über eine Geburtstagsfeier eines Teenagers aus einer englischen Kleinstadt ihre Runde, bei der sich mehrere tausend Gäste zur Party angemeldet hatten. Versehentlich klickte die junge Frau bei ihrer Einladung auf Facebook auf den Button „senden an alle“, anstelle auf „senden an alle Freunde“. So ging die Einladung auch an alle, an wirklich alle, nämlich an alle User von Facebook, was über tausend Mitglieder dazu bewog, zu kommen. Ein Aufgebot von mehreren Polizei-Sonderstaffeln war notwendig, um die Kleinstadt vor dem Schlimmsten, einer Geburtstagsparty mit zigtausend Gästen, zu bewahren. Natürlich hatte die junge Frau ihre komplette Adresse angegeben…
Der Einbrecher fühlt sich doch direkt aufgefordert, wenn jemand so was schreibt wie „Bin jetzt erst einmal zwei Wochen auf Mallorca, juhu“. Das wäre sogar noch ein eher harmloser Fall von Kriminalität. Was ist mit den Männern, die sich in lokalen Internetforen mit Kindern und Jugendlichen verabreden, um mit ihnen Sex zu haben? Erst kürzlich berichtete der „Stern“ über dieses Tabu-Thema. Kontakt- und Freizeitbörsen sind einst in guter Absicht entstanden, doch leider dringen auch hier Kriminelle immer weiter vor und haben mitunter sogar leichte Beute.
Kinder und Jugendliche sind statistisch gesehen ohnehin viel lockerer mit Informationen und Fotos, die sie einstellen. Wer zu viel Infos preisgibt ist sich seines Leichtsinns oft gar nicht bewusst.

Wir kennen es doch auch von uns selber. „Spionieren“ wir nicht auch aus purer Neugier die eine oder andere Seite von Freunden und Freundes-Freunden aus? Wen kennt die Person noch, was macht sie gerne und sogar wo ist diese Person an diesem und jenem Tag und was macht sie gerade? An welchem Event nimmt sie teil, was kann man auf Fotos erkennen. Selbst potentielle Chefs schauen mittlerweile gerne mal im Internet nach, was sie über den Mitarbeiter oder Bewerber finden.
Auch wenn die Struktur hier bei new-in-town etwas anonymer aufgebaut ist als beispielsweise in diversen anderen Netzwerken, so beklagen doch einige von euch auch hier gewisse Belästigungen, möchten User sperren lassen (das könnt ihr übrigens unter den „neuen Apps“) oder melden sich aufgrund solcher Belästigungen ab.
Habt ihr es hier schon mal mit wirklich bösen Absichten, Kriminalität oder sonst was zu tun gehabt? Erzählt uns davon! Die Kommentare hier werden immer anonym veröffentlicht, darum braucht ihr euch keine Sorgen zu machen, dass jemand euch erkennt. Wer hat hier oder anderswo im Netz schon kriminelle Erfahrungen gemacht? Wie konntet ihr euch wehren oder fühlt ihr euch aktuell bedroht? Schreibt uns!



Da sich die gleichen Fragen häufen, will ich es heute mal zum Thema meines 




